Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 8 (Mai 1852)
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1852-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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Bilder aus.deu! Leben und Wirken der. Rabbiner. 291. Genesung) unterbleiben u!nßte, nur jede Störung des Lehrend zu vermeiden sBerachot 53). Ja er erfüllte buchstäblich die Weisung dcr heiligen Schrift, 5. B. M. 6, 7 ״Beschäftige Dich mit der Lehre, wenn Du zu Hanse und wenn Du auf Reisen bist." (Kritot III, 7. 8. 9.) R. Gamaliel und R. Josua gingen aus den Fleischmarkt von Emmaus, um Vieh zur Hochzeit des Sohnes des R. Gamaliel einzukanfen, da begegnete ihnen ist. Akiba und sofort richtet er viele Fragen an sie; die dritte weiß R. Gamaliel nicht zu beantworten und R. Josua hilft ciuS5 6), Ebenso richtet N. Akiba Fragen an R. Gamaliel und N. Josua, als sie einst auf einer andern Reise sich befanden (Negaiin VII, 4®). So lebte er selbst bei der heterogensten Beschäftigung immer der Lehre. Wenn wir nun aber diesen Mann als Nasi in seiner Energie auftrcten sehen, so bürgt uns sein. Charakter dafür, daß er nicht für seine Person, sondern für die gute Sache kämpfte, wenn es auch nicht, wie wir weiter unter ansühren werde», Baba Mezia 59 ausdrücklich referirt würde. Er dachte: ״Bist Du auch gering in Deinelt Augen, so bist Du doch das Haupt der Stämme Israels." Und sein Eifer für die Lehre und für die Gvttesverehrung gaben ihm ein Recht dazu. Hat doch auch sein Enkel, der bescheidene N. Jehuda Hanasi seinem Sohne Gamaliel eingeschärft: Führe Dein Amt mit Hoheit und flöße den Schülern Respect ein! und der Talmud unterscheidet wohl, indem er empfiehlt, daß der Hochgestellte dem Gelehrten zwar mit Hochachtung begegnen, aber darum öffentlich seinem Amte nichts vergeben dürfe (Ketubot 103 und 104). R. Gamaliel sah die Secten überhand nehmen, hatte selbst oft Gelegenheit mit Saddncäern und anderen Häretikern zu streiten- und bemerkte, daß sie sich in ihrem Kampfe der rabbinischen Waffen bedienten, die sie aus den Schulen der Rabbinen geholt, um Miß-, brauch damit zu treiben; er fand sich daher zu der Maßregel genöthigt, keinen Schüler mehr zuzulassen, bei dem nicht תוכו כברו ist, der es nicht aufrichtig mit der Sache meint (Berachot 28.). Diese Maßregel war im Grunde nicht neu, sondern R. Gamaliel, der kein Parteigänger war und obwohl er von Hillel abstammte, doch in Manchem sich der Sammaitischen Schule anschloß (Beza 21)- ging auch hierin auf ihre Ansicht zurück. Denn diese Schule lehrte 5) Auch diese Stellen zeugen von dem freundschaftlichen Verhältnisse des N. G. zu N. Josun troß ihrer Divergenz. 6) In allen diesen Frage» zeigt sich der Scharfsinn des N. Akiba, da sie alle nicht durch die Tradition zu beantworten waren, sondern erst durch einen Schluß deren Losung ermittelt werden mußte. .