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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Geist des Jeruschalmi (Pseudo-Jonathan)
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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240 Wissenschaftliche Aufsätze. theils wie schon oben gesagt -- neben seinem Hauptzwecke den Onkelos zu exegesiren, zugleich eine Encyclopädie aller auf de!l Pentateuch bezüglichen Agadas zu liefern. I). Nutzen des Zeruschalmi. Aus allem bisher Gesagten ersehen wir nun, daß der Zeruschalmi kein bedeutungsloses Chaos ist, wie man gewöhnlich annahm, sondern sich ganz nach seinem vorgezeichneten Plane richtet, und er so zum Verständuisse und Auffinden des wahren Sinnes so mancher sonst dunkeln Ausdrücke des Onkelos großen Nutzen gewahrt. Aber noch einen bedeutendern Werth hat er hinsichtlich der Verbesserung unzähliger Stellen des Onkelos die im Laufe der Zeit corrumpirt wurden. Denn selbst die besten Druckausgaben wie die noch vorhandenen ältesten Handschriften des Onkelos wimmeln mehr oder weniger von fehlerhaften Wörtern und Stellen, die theils absichtlich, theils durch Unachtsamkeit oder Unwissenheit der Abschreiber gemacht wurden. Wollte es sich daher Jemand zur Aufgabe setzen, den Onkelos von allen Jrrthümern und Schlacken zu reinigen °), so mag es wohl gut sein die Druck-und Handschriftlichen Ausgaben alle sorgfältig und unpartheisch zu vergleichen (wie davon Luzzatto in seinem Ohebger Proben gab); aber ansreichen wird er damit keineswegs, er wird hin und her schwanken welcher der verschiedencn Lesearten er den Vorzug geben soll, er wird an Stellen ganz verlassen sein, da sich kein, einziger Codex mehr findet, der zuverlässig wäre. Es bleibt daher dem Verbesserer nur als zuverlässige Stütze der Zeruschalmi übrig. Diesen hat er mit dem Onkelos zu vergleichen, um zu sehen wo und wie die Abschreiber am Onkelos geändert haben. Denn nachdem oben bewiesen worden, daß der Zeruschalmi ganz auf Onkelos fußt, so folgt daraus von selbst, daß ihm dieser weit reiner und unveränderter Vorgelegen haben muß, als wir ihn jetzt besitzen. Von der Beispiele Menge, wo Lesearten im Zeruschalmi Vorkommen, die ohne Zweifel so im Onkelos gestanden, wollen wir nur herausheben: 1) Genes. 2, 6. 2 יומשקא) Das. 2, 9. 3 •מן — אדמחא) Das. 3, L. ״והילא חות חכים Daß dies Onkelos" Styl ist, ergibt sich deutlich daraus, daß er überall wo ערום den Begriff ״klug" hat, es mit bedeutenden Eingang verschafft, so daß er bei öffentlicher Dolmetschung selbst der wichtigsten Schrtststetlen dem Onkelos vorgezogen würde, wie dies die Decalog-Vorlesung am Schebuotfeste bezeugt, wo in allen Handschriften der jerusalemitische Chaldäer beigesetzt ist. 6) Welcher mühsamen Arbeit wir uns unterzogen haben und schon viele Jahre an einem nach den chaldäischen Sprachregeln corrigirten, in seine ur-- sprüngliche Reinheit wieder eingesetzten und fortlaufend mit ErläuterungSnoten begleiteten Onkelos arbeiten, wobei alles wenn auch im Entferntesten darauf Bezügliche sorgfältig verglichen ist.

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