Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 6 (März 1852)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1852-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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234 Neeensionen und Anzeigen. des Problems, die göttliche Allwissenheit mit der menschlichen Willensfreiheii in Nebereinstimmung zu setzen, welches eigentlich. die Hanpttendenz des Wertes gewesen war, und noch in manchen dahin' gehörigen Disciplinen, dass wir Hrn. Gngenheiiner für diese Veröffentlichung vieteil Dank wissen muffen. Allerdings wäre ein Abdruck des Werkes selbst, mit verständigenden Anmerkungen des Herrn Herausgebers versehen, wünschenswerter gewesen, da man aus der zwar klaren und gut stylisirten Darstellung des Herrn Emgenheimer unter Anderm doch nicht recht begreift, warnm Abraham ben David bei manchen ThemaLen lange verweilt und dagegen den HanpLgegenstand (über Vorsehung und Willensfteiheit) eigentlich nur kurz berührt; doch hat Herr Gugenheimer diesem Wunsche (worauf wir schon an einem andern Orte aufmerksam machten) durch Mittheilung interessanter Auszüge der Emnna rama im Orient a. a. O. zum Theil entsprochen, und daselbst auch die baldige Edirung der Münchener Handschrift in Aussicht gestellt. ׳— Ehe wir jedoch von diesem interessanten Merkchen scheiden, glauben wir noch über einige Einzeluheiten Folgendes bemerken zu müssen. S. L5 Anm. glaubt Herr Gugenheimer, das Abraham ben Davids Tadel des Emunoth we-Deoth des Saadja blos ans dessen Methode, nicht aber ans irgend eine der darin enthaltenen Ansichten sich beziehe. Sollte sich dieser Tadel nicht aber vielleicht aus Saadja's Ansicht von der menschlichen Freiheit (als blos subjectiv, Emunoth we-Deoth 10, 3; diese Stelle ist bis jetzt von keinem Commentator und Uebersetzer richtig verstanden worden, wie wir an einem andern Orte gezeigt haben) erstrekken, da Abraham, ben David wie Maimonides der Freiheit einen weiteren Umfang einräumt!? Doch gehört zur genauen Würdigung dieser Differenz nähere Einsicht in die Schrift des Abraham ben David selbst. — S. 28 bemerkt Herr Gugenheimer, daß Abraham ben David denselben Vers (1. Mos. 2, 7), den Aaron ben Elia im Ez Chajim für die Präexistenz der Seelen ansührt, gerade im entgegengesetzten Sinne beutet. Abraham ben David, der bekannte Gegner des Karäismns, mag jenem Verse eine solche Deutung absichtlich gegeben haben, um den karäischen Auslegungen der Bibelverse möglichst entgegenzutreten; denn schon im ספר המובחר des Aaron ben Joseph, das dem Ez. Ehajim vorausging, ist bei jenem Verse eine Anspielung auf die Gleichstellung der menschlichen Seele mit Gott, mithin auch deren Präexistenz, enthalten; es scheint also diese Deutung des gedachten Verses schon von den älteren Karäern herzurnhren. — S. 42 Anm. meint Herr Gugenheimer, dast im Talmud und den Midraschim sich Schwankungen in Bezug auf die Lehre vorfinden, ob die Schöpfung unmittelbar oder mittelbar gewesen sei, und. nachdem er für. die erftere Ansicht die Stelle