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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Briefe aus Paris
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Briefe aus' Paris. 223 vergrößern, sich nicht ab sch recken laßt, der verdiente Lohn, nicht entgehen. Rüstige Kämpfer int Reiche des Glaubens und des Lebens werdeir erstehen, die dem jüdischen Namen auf alten Gebieten geistiger und weltlicher Thatigkeit zur Ehre gereichen werden; nicht umsonst werden die zahlreichen Opfer gebracht worden sein, welche sich die verschiedenen Gemeinden aufgelegt haben werden, denn aus veredeltem, würdegem Jugendnntcrrichte bildet sich ein edles, zu allem Guten fähiges'Geschlecht. — Auch das alte Metz, die Muiterstadt jüdischen Wissens und Lebens in den deutschen Gemeinden Frankreichs, wie es Bordeaux für die sephardischen Israeliten geworden ist, hat mit dem Laufe der Zeit seinen Ruf uicht ganz verloren. Gar Manches hat sich mngebüdet, die me de PAnserat, welche der Frankfurter Jndenstraße oder dem römischen Ghetto etwa entsprechen mag, ist nicht mehr das maßgebende Orakel für Juden unb Judenthum aus Frankreichs Boden; die Abstammung so vieler bedeutender Familien aus dieser Gemeinde, die Gutmüthigkeit und sprüchwörtlich gewordene Rechtlichkeit der jüdischen Bevölke'rung, die Anhänglichkeit seiner alten Stadtkinder hat aber der dien Kehila Reminiscenzen bewahrt, die ihr noch immer einen bedeutenden Einfluß auf Sitte und Lehre eröffnen und gestatten. Wie tief jene Anhänglichkeit selbst in früherer Zeit bei den söge-!kannten Metzer-Kindern gewesen, wie Achtung gebietend schon in. alten Tagen die Stellung dieser ehrwürdigen Gemeinde den Landesstellen gegeuüber gewesen sei, mögen folgende Thatsachen, deren Wahrheit uns von glaubwürdigen Männern verbürgt wurde, hinlänglich beweisen. Als im Jahre 1793 mitten unter den Abschaffungen jener aberwitzigen Zeit auch jede Religions-Form nicht nur aufgehoben, sondern auf das Peinlichste untersagt war, wurde mitten unter Plänen ähnlicher Art auf dem Stadthause von Metz von dem damaligen Gemeinderathe der Vorschlag gefaßt, die Pergamentrotten (ספרי תורה) aus der ehemaligen Synagoge, die mit dem SLadtsiegel verschlossen war, abzuholen, um sie in Trommelfelle behufs patriotischer Zwecke zu verwandeln. Zwei Juden, deren Meinungen an der allgemeinen Verirrung Theil genommen und so ihre Bekenner zu Mitgliedern dieses Nathes gemacht hatten, vermochten es doch nicht eine solche Entweihung des Heiligsten vollbringen zu sehen. Um Mitternacht erschienen sie vor dem greisen Rabbiner, theilten ihm das Gräßliche mit, das Tags darauf im Bet- Hause stattsinden sollte, ersuchten ihn eine Anzahl von Männern kommen zu lassen, auf deren Verschwiegenheit er zählen könnte; nach Ankunft dieser Frommen, die man in der Stille zusammengerufen hatte, erbraeben sie das Sieget, ließen alte abgenutzte Stetten (שבלי לחלוח) tu die heilige Lade legen, die regelmäßigen Rollen zmn Rabbiner tragen,

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