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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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.216 lieber den .LapMrMl ^r lalmudischen Historik. liebt (Hochgestellt), denn «r ist-geschaffen im EbenWdeGottes;!uck> von .dieser .großen Lixbe wurde er in Kenntniß gesetzt, so-wieeS heißt: ,,,im Ebenbilde Gottes machte!er den Menschen". Hierauf fährt der Autor fort : ״Israel ist geliebt, denn sie heißen Kinder zu Gott .(ihr Verhältniß zu Gott ist ein kindliches), und von dieser großen Liebe sind sie in Kenntniß gescht, so Me es heißt: ״Kinder seid ihr dem Ewigen eurem Gott" (Deuteron. 14, 1). Dann: ״Israel ist geliebt, denn es wurde ihm ein kostbares Geschenk gegeben, und cs ist von. dieser großeil Liebe in Kenntniß gesetzt, so wie es heißt: ״eine große Gabe habe ich euch gegeben, meine Lehre u. s. w." (Spr. 4, 2). R. Akiba gehet von einem Universalgedanken aus, mit dem die folgenden speciellen in Verbindung stehen. Wie tief damals die-römische Welt gesunken, wie sie jeden moralischeil Halt verloren hatte ist aus der Geschichte der Imperatoren, und daß Nom solche Zmperatoreil dulden konnte bekannt. Von dem göttlichen Octavjus Augustus, den noch spätere Jahrhunderte ehrten und als Vorbild der Größe betrachtete», dessen Geburtszimmer zum Tempel geweihet wurde und einem schuldigen Patricier Verzeihung brachte (8uetou Oclav. 5) wird ein Sittengemälde entworfen (das. 71), das in vieler Hinsicht erröthen macht, seinem Lobredner aber nach der allgemeinen Verderbtheit gar nichts Verfängliches zu haben scheint. Zu dem Tempel, den ein Ealignla zu seiner eigenen Anbetung errichtet hatte, strömten die Vornehmen und suchten dort als Priester dieses Gottes zu fuugiren (Dcrs. Caligula 22); und selbst die besseren Kaiser, wie etwa ein Trajan, welche Flecken haf« ten an ihrer Sittlichkeit (vgl. Dio Eassius 68): lind nichtsdestoweniger ries der Senat jedem neueil Kaiser als ein Ueberschwäugliches, kaum Erreichbares den Glückwunsch zu: Sei glücklicher als August, tugendhafter als Trajan! (Eutropius 8, 5). Das römische Reich hatte jetzt nur Sclaven: die Großen fürchteten nicht und achteten nicht deren Tadel und lebten ihren Lüsten; die Kaiser wieder blickten, wie ei» neuerer Geschichtsschrciberb) bemerkt, mit derselben gleichgültigen Verachtung auf alle Stände der Gesellschaft und lebten ihrem ungezügelten Hange und ihren nngezähmten Ausschweifungen. —Gegen diese Erniedrigung, dieses Selbstaufgeben und Verzichten auf jede sittliche Würde spricht R. Akiba : Der Mensch ist groß und hochgestellt, er ist erschaffen im Ebenbilde Gottes; und wie darf er je in solche verächtliche Sclaverei herabsinken, wie sich je sich selbst so entfremden? Diese Worte konnten bei den In- 8) Bgt. Kidbon Hislory of tlic decline and fall of tho roman Empire T, 1, p. 204.

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