Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 6 (März 1852)
- Article
- Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
- Date
- 1852-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Ueber dm Lapidarstyl der talmudischm Historik. 215 leitet voa Barcochba, der für den Messias gehalten wurdet; Nerv und Geist des Aufruhrs scheint 91. Akiba gewesen zu sein, der auch entfernte von Inden bewohnte Länder bereist und dort zum Aufruhr gegen Nom angeregt hattet). Woher in R. Akiba, dem nicht in Waffen sondern in der Lehre ergrauten Manne, dessen Gebiet nicht das Schlachtfeld sondern das Gesetzstudinm war, dieser Kriegseifer entbrannte, woher in ihm dieses Anflehnen gegen die römische Herrschaft, das doch von der Partei zu der Akiba als Schüler N. Josua's und N. Eliesar's sich rechnete, an den Zeloten getadelt wurde (vgl. Gittin 56), scheint rathselhaft. Für den Aufstand selbst sucht man zwar nach eitlem unter Diocletiau (also etwa 160 —180 I. später) lebenden Schriftsteller, in einem Edicte Hadrians, das die Beschneidung verbot, die Veranlassung«). Allein abgesehen davon, daß kaum anzunehmen ist, daß Hadrian ohne äußere Veranlassung dieses Edict erlassen habe«), so bleibt bestemdend genug, daß die jüdischen Quellen nicht nur nicht dieses Verbot hierfür erwähnen, sondern es einfach mit anderen Verboten der Beebachtung religiöser Gesetze in Verbindung bringen«), die erst nach unterdrücktem Ausstande und in dessen Folge ergingen. Befragen wir aber eine Aenßeruug dieses R. Akiba selbst, so werden wir einen Ausschluß über ihn und den Aufstand erhalten, der uns zugleich einen tiefen Blick in die große Seele dieses Lehrers werfen, und uns in ihm nicht einen gewöhnlichen Fanatiker, sondern einen von der Größe der menschlichen Würde erfüllten Mann erblicken läßt. Unter den von R. Akiba (Abot 3) aufbewahrten Sprüchen, die ein ganzes System zu bilden scheinen, stehen drei oben an, deren einer eine allgemeine, die anderen zwei eine speciell religiös-nationale Beziehung haben. Dieser erste Spruch sagt: ״Der Mensch ist ge- 3) Barcochba ist wie bekannt Epithel, und bedeutet: Sohn des Sterns; eine Beziehung auf Num. Vi, 17. vgl. j. Taanit 4, 5. Sein Eigenname ist unbekannt. 4) Vgl. Napoport Biccure Haittim Th. d. S. 70. 5) Sparlianus in Hadrian.: Movemnt et Judaei ea tompestaie bellum, quod vclabanlur mulilaro gcnilaiia. 6) Munter (der jüdische Krieg S. 30) meint, Hadrian wollte durch das Verbot der Beschneidung, als des charakteristischen Zeichens ihrer Nationalität, die Juden als solche atlmälig ausrotten, und sie mit den übrigen Völkern des Reiches verschmelzen. Als wenn den Juden nicht noch Anderes genug übrig bliebe, das sie an ihre Nationalität erinnerte! 7) פה לך יוצא ליסקל על שמלתי את בכי פה לך יוצא לישרף על ששמרתי את השבת, מה לך יוצא ליחרג על שאכלתי פצח וכר Midrasch Levit. rabba 32. Ein Aufsatz eines unserer Mitarbeiter wird nächstens das Ausführlichere bringen.