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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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lieber den Lapidarstyl der talumdischen Historik. 213 gl-ichm werden müssenda manche Lust auch! Unlust bereiten kann. Epiour setzte zwar׳ daher die Tugend als die höchste Lust; aber er erklärte zugleich, daß er das Gute nicht denken könne, wenn er die Lüstewelche aus dem Geschmacke oder dem Genüsse, oder welche anö dem Gehör oder dem Anblicke schöner Gestalten entstehen, davon uehmess. Epienrö Eudämonimus ist also die verfeinerte Gennßsucht: die Tugend wird geschätzt weil sie Genuß, daher aber auch alle andern! Genüsse. — Diesem entsprechend ist auch seine Lehre über die- Götter. Die höchste Seligkeit ist Rühe, das Ungestörtsein iw: einem: trefflichen Zustande: und da die Götter selig sind, so tönneu sie mit der Verwaltung der menschlichen Angelegenheiten nichts zu thun haben , sie lassen sich durch diese nicht stören und machen sich-nichts mit ihnen zu schaffen 8). Eine solche Lehre, die den- Gennß au die Spitze aller Bestrebungen stellt und jedes ans der EriuneMN-g an die Gottheit sich׳ etwa erhebende Bedenken durch׳ die Behauptung: wegräümt, die Seligkeit der Götter selbst bestehe im- Genüsse und kümmere sich׳ weder um die guten noch die bösen T-Haten der Menschenbahnte sich leicht den Eingang zu vielen Weltmcnschen, besonders zu dem schon durch den Einfluß seines- Klima's sich:zum Gennffe neigenden: Orientale»׳"): und׳ verbunden mit dem Einladenden der gefälligenästhetisch-schönen hellenischen׳ Sitten machte sie viele Söhne Palästina's ihrem Gotte untren. — Dieser schädlichen Doctnn stellt Autigonus seinen Spruch entgegen, der da Autigonus an der Spitze der Synagoge stand, gleichsam׳ als Spruch und Bekcmitniß der dem Glauben anhängenden Partei und als von ihr verbreitete Lehre zu betrachten ist. Epicur hatte scheinbar der Tugend sehr viel eingeräumt, er nannte sie den höchsten Genuß: und es soll also die Tugend gesucht werden nicht um eines äußern Lohnes wegen, sondern weil sie den größten Lohn in sich selbst trägt. Hierdurch mochte er sogar Manchen beut* es weniger um sinnliche Lust ju thun war, für sich gewinnen: war doch hier die Autonomie der Tugend aufgestellt! Es wurde aber schon oben bemerkt, daß Epicurs Theorie nur Befriedigung des Verlangens, der Lust im Auge hatte: die Befriedigung gemeiner Genüffe daher auch ein nicht minder begründetes Recht beanspruchen 7) Bergt. Ritter, Geschichte der Philosophie Th. 3 S. 453 ff. 8) Bgl. das. S. 490. 9) Wie sehr die syrischen Griechen sich dem (ZpicuräismuS ergaben, ist aus der von Julia» in seinem Misvpogv» geschilderten Laftivität der Antiochier zu ersehen.

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