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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-03-01 · Heft 6 (März 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 6 (März 1852)
Article
Über den Lapidarstyl der talmudischen Historik
Date
1852-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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210 Uekv den. Lapidarst!)! der lalmudischen Historik. innen, für die Handhabung und Aufrechthaltung des Gesetzes/des Glaubens. Durchforscht mau genau die Berichte der letzten Schrif- °'te» der heiligen Schrift über die ersten Zeiten des zweiten Tcmpels, so findet man daß sie viel Aehnliches mit den früheren des ersten Einzuges Israels in Palästina hatten. Hier wie dort war das Gesetz den Priestern anvertrauet: sie waren nach Levit. 10, 10 und sonst zu dessen Wächtern und Lehrern bestellt, und eine solche Function war ihnen auch am Beginne des zweiten Tempels nach Ezech. 44, 23. 24 zu ged acht. Aber die Priester waren in jener früheren Zeit uiehr auf sich, auf ihre Einnahmen ״das; ihr euch mästet von den Erstlingen aller Opfer" (1. Sam. 2, 20) als auf Belehrung und Verbreitung des Gesetzes bedacht: und Samuel, der große Gottcsmann stand auf, entwand die Handhabung des Gesetzes den untreuen Wächtern und machte es zum Gemeingut: er legte Prophetenschulen an, begeisterte Jünglinge für Gesetz und Lehre, daß sie hiuausgehen und lehren und Gottes Wort verbreiten. Und die Priester zur ersten Zeit des zweiten Tempels? Sic waren in freundlichem Verkehre mit den Samaritanern, die die tiefblickenden und von Gott durchdrungenen Esra und Nehcmia zurückgewicsen hatten, um nicht dem Hcidenthume neneu Eingang zu gestatten: sie hatten den Samaritanern sogar Zelte im Tempel eingeräumt (Nehemia 13, 4 ff.); wuchs doch priestecliche Herrschaft und Einkommen an, je mehr Opferer und Besucher sich dem Tempel zuwandten! Sic endlich hatten wie der Prophet Maleachi (1, 7 ff.) berichtet, ganz die Würde ihres Dienstes vergessen, und nur auf eigenen Vortheil bedacht mehr zur Erniedrigung als zur Hebung des Altars bcigetragen. Da erhoben sich nun wie einst Samnel die Männer der großen Synagoge, und brachen die Hierarchie für immer. ״Stellet viele Schüler ans", so lautete jener zweite Spruch: das Gesetz werde Gemeingut, und wer die Fähigkeit sich erworben ist der Berufene. Die Priester wurden also in ihre Schranken gewiesen, sie waren nun nicht mehr die Wächter sondern wurden überwacht: und keine pricsterliche Anmaßung und Vergroßerungssucht konnte mehr stattfinden. Dieses hohe Gut haben nun die Männer der großen Synagoge noch den entferntesten Nachkommen erworben: und cs wird noch die späteste Nachwelt, so sie dieses Gut zu bewahren weiß, ihnen sich zum Danke verpflichtet fühlen. Die Hierarchie ist seit jener Zeit ini Judenthitme anfgehobcnZ; 4) Der Hohepriester stand zwar noch ferner an der Spitze des Staates, aber nur nach anßen und war auch da beschränkt, vgl. oben S. 48 Anm.

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