Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1852)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1852-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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198 Wissenschaftliche Aufsätze. vorkommender Name ist, ist קלוגיקוס corrumpirt worden. Ailch nach dieser Berichtigung müssen wir an diesem Namen eine kleine Operation vornehmen. Den Namen Onkelos müssen wir geradezu abziehen, der nicht hierher gehört. Der Proselyt Akylos 7עקילס), der Bibelnberfttzer, heißt nach der Aussprache des babylonischen Talmuds Onkelos אנקלוס,• der ein Verwandter Hadrians gewesen sein soll. Die agadische Tradition — überhaupt nicht so treu, wie die halachische — hat den Namen zweier Proselyten zusammengemischt, und dem Proselyten Kleonimos noch den Namen Onkelos beigelegt; weil fie aber mit zwei Namen nichts anzufangen wußte, so wurde sie durch das gefügige bar in Beziehung zu einander gesetzt. Wir behalten also von dem Proselyten aus dem Hause Titus und Domitian nur den Namen Kleonimos, der wohl in dem Munde babylonischer Juden ans Clemens verdorben sein kann; es ist bekannt wie griechische und lateinische Wörter und Eigennamen von Syrern und Babyloniern geradebrecht worden sind. Stellen, wir nun die vier Stellen zusammen nach der Berichtigung und Verbesserung, die wir damit vornehmen zu müssen glaubten. Die Stelle 6 sagt aus, ein Schwestersohn des Titus sei Proselyte geworden; die Stelle D, die mit C identisch ist, gibt uns den richtigen Namen für diesen Proselyten: nämlich Kleonimos oder Clemens; die Summe von 0 und D würde lauten: Clemens oder Kleonimos, ein Schwestersohn des Titus sei Proselyt gewesen. Erinnern wir uns, daß auch die Stellen A. und B identisch waren, daß beide aussagen: ein römischer Senator פנקלטוס und seine Frau, die zu den Fürsten gehörten נריבי עמים waren Anhänger des Judenthums, 7) Die Identität des Akylas und Onkelos ist wohl eine ansgemachte Sache. Es scheint aber, daß auch der Akylas der Apostelgeschichte (15. 2.) und der pseudopanlinischen Briefe hierher gehört. Nach dem Siphra (INI) stammte der Bibelübersetzer Akylas aus Pontus: מח שהוציא עקילם לעבדיו לפונטום. DieKirchenväter berichten übcreLnstimmend, Akylas sei aus Pontus gewesen; endlich wird der Akylas in der Apostelgeschichte ebenfalls auch aus Pontus bezogen: *slzvXav Uovukgv 7cp yivu. Cs müßte mit Wunderdingen zu gehen, wenn alle Akylas aus Pontus stammen sollten! Es darf nicht befremden, daß die Apostelgeschichte den Apostel Paulus mit Akylas in Verbindung bringt: dergleichen Anachronismen und Unrichtigkeiten sind ihr eigen. Läßt sie ja durch Claudius die Juden aus Nom vertreiben, wovon kein Geschichtsschreiber etwas weiß! Diese Nachricht von Akylas würde die Erzählung der Kirchenväter bestätigen, daß Akylas erst Christ gewesen war, ehe er zum Judcnthume übertrat. Die Abfassung der Apostelgeschichte würde also in die Zeit fallen, ehe Akylas das Christenthum abgeschworen hat. Dieses Resultat ist auch für die jüdische Geschichte von Wichtigkeit, man lernt daraus den Zustand der jüdischen Gemeinden in Kleinasien nach der Zerstörung und ihr Verhalten zum Christenthum kennen.