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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Jüdisch-geschichtliche Studien
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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196 Wissenschaftliche Aufsätze. lytin finden. Freilich werden wir, um dieses Ergebnis; zu gewinnen, eine kritische Operation anwenden müssen, wie fie in einer quellendürft tigen Geschichtsperiode nöthig ist, aus unbestimmten, nebelhaften Traditionen bestimmte Thatsachen zu fixiren. Wir müssen vier Stellen zusammenstellen und vergleichen, von denen jede dem Anscheine nach etwas Anderes aussagt, durch Vergleichung und kritische Analyse aber werden wir.sie dasselbe Thema behandeln sehen. Von diesen vier Stellen findet sich eine im Midrasch, drei im babylonischen Talmud. Die erste Stelle, die zum Zwecke der Vergleichung mit (A) bezeichnet werden soll, erzählt von einem römischen Senator— Gvyx),rjwg — und seiner Frau, beide Anhänger des Judenthums, die mit den vier Tanaiten in Nom in Verbindung gestanden Habens. Als Kaiser und Senat beschlossen hatten, sämmtlichc Juden des römischen Reiches in 30 Tagen zu vertilgen, habe es ein gottessürchtiger Senator den Tanaiten verrathen und habe sie zugleich getröstet, bis dahin werde Gott unerwartet Hilft senden. 25 Tage waren verstrichen ohne Aussicht aus Rettung. Da habe seine noch mehr gottesfürchtige Frau ihm gerathen, das Gift aus seiuem Siegelring einzuschlürftn, damit durch seinen Tod der Senatsbeschluß aufgeschoben oder gar aufgehoben würdet). Der Senator habe sein Leben für die Rettung der Juden geopfert. Als die Tanaiten bedauerten, daß ein so edler Märtyrer unbeschnitten ins Jenseits eingegangen sei, habe ihnen dessen Frau Spuren seiner Beschneidüng vor dem Tode gezeigt. Die Tanaiten hätten dann auf denselben ׳den Psalmvers angewendet: ״Die Fürsten der Heiden sammeln sich zum Volke des Gottes Abrahams/' Aus dieser Anwendung geht noch besonders hervor, daß dieser SynkleL einer hohen Adelsfamilie .angehört hat. — Die Parallelstelle im Talmud erzählt dasselbe Factum unter andern Umständen. Ein Kaiser habe sich mit den Vornehmen des Reichs berathen, ob es nicht recht wäre, die Inden, das Geschwür am 1) Nach dem oben citirten Eingang lautet die Midraschstelle: והיה סנקליטו של מלך ירא שמים בא אצל ר׳ גמליאל וגלה לו הדבר — והיתה אשתו צדקת ממנו אמרה לו מוץ טבעת ומות — שמע לה ומץ את; טבעתו ומת- שמעו רבותינו ועלו אצל אשתו להראות לה פנים - אמרו חבל לספינה שהלכה לה ולא נתנה מכס — אמרח להן אשתו — חייבם לא עברה הספינה עד שנתנה מכם. שלה• מיד נכנסה לתוך הקיטון והוציאה להן קופסא שהיתה המילה בתוכה — וקראו עליו רבותינו המקרא הזה נדיבי עמים נאספו עם אלקי אברהם Deuteron. Nabba 2. 2) Der Effect beruht auf einem den Nömern zugeschriebenen abergläubischen Brauch, den Senatusconsult aufzuschieben oder ganz aufzuheben, wenn ein Mitglied des Senats vor dessen Ausführung mit dem Tode abgeht. Es wäre .interessant, der Quelle dieser im Talmud häufig erwähnten Gesetzordnung nachzuspüren.

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