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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Jüdisch-geschichtliche Studien
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Wissenschaftliche Aussatze. 195 Insel Pandatana verwiesen. Atheismus und Jndenthum galten in den Augen der Römer gleicht). Wir haben dem Dio CasfluS eine unschätzbare Nachricht zu vordanken, die man nicht genug betonen kann. Also ein naher Verwandter der Kaiser Titus und Domitian war ein heimlicher Anhänger des Judenthums, wodurch er zum Tode verurtheilt wurde; auch dessen Frau war eine Anhängerin des Judenthums und erlitt deßwegen das Exil. Mag diese Anklage auch nur Schein gewesen sein, um für diese widernatürliche Verurtheilung gleichsam die Sympathie und die Zustimmung des Volkes und des Heeres zu erhalten: so müssen die Beweise sür die Anhänglichkeit dieses flavianischen Ehepaares nicht unbedeutend gewesen sein, daß Domitian es wagen konnte, aus Grund dieser Anklage den Nächsten am Throne, dessen Söhne die Anwartschaft auf den Thron der Cäsaren hatten, zu beseitigen und hinrichten zu lassen. — Merkwürdigerweise hat sich auch in den talmudischen Traditionen eine dunkle Nachricht erhalten, daß ein Schwestersohn des Titus, also auch des Domitian, ein Proselyt geworden war; bei näherer Betrachtung werden wir sogar den Namen Clemens, oder dem ähnlich, und auch dessen Frau, ebenfalls als Prose- 9) xa.l iv avzcp l'm avrovg 6s 7to7J.ovg xal xov 01dßt>ov K7»rj {jbrji'T a vtt arsvovTU.j xaf7rsq ävityiov bvra xal yvvaoxa xal am!\v iavT0v &Xaßfav JoimtCWmv s%0VTa_, xaTedtpa^ev 6 Jofs,t,T(uvog. 0ETrsvs^-d'Tj de äfiyolv eyxX^^a ä\X e 6 & qro g* vcj> 7j g xal d7A01 eg t« twv נlovdaCwv i£sxd7>X0mg 7roXXot xazedbxd(5&1]($av' xal 01 (usv diviOavovj 01 6s twv yovv oiavolv iGd'£Q71dr1<sav (Dio Cassius int Auszuge des L'iphilinuö 67, 12.) Unbestreitbar will die Stelle sagen, daß ä&eo-dyg und rä Yovdafcov ףי8ף ein und dasselbe Verbrechen waren, dessen sowohl Clemens, als auch viele Andere angeklagt wurden. Die Kirchengeschichte und deren Object, das Christenthum, wie sie sich die erhabensten Dogmen des Judenthums zu eigen gemacht haben, scheute sich nicht, sich auch Clemens und Domitilla Zuzusprechen und stempelte sie zu frommen Christen, zu Heiligen. Hat man ja auch Philo und Josephus und N. Tryphon (Tarphon) und Hillel II. den Patriarchen, zu Christen gemacht! Da aber die Kirchengeschtchte kein anderes Document für ihren Besttzerwerb aufzuweisen hat, als die Dionische Nachricht: so wird sie — wenn sie im neunzehnten Jahrhundert gerechter ist als tm dritten — das ungerechte Gut der rechtmäßigen Besitzerin, der jüdischen Geschichte, zurückerstatten müssen. Die Kirchenhistoriker und Kritiker sind überhaupt etwas leichtfertig mit dem Satze umgegangen: sub Judaismo illo tempore Chris liatiismus contentns, wodurch jede Anerkennung des Judenthums von Seiten der Heiden dem Christenthume zu Gute kam, jede Unbill gegen das letztere dem Judenthume in die Schuhe geschoben wurde. Am wenigsten kann man dieses auf die eben citirte Stelle anwenden. Züphilinus, der Epitomist, war ein Christ und hätte, wenn Ctemens des Christenthums beschuldigt worden wäre, gewiß eine Redewendung gebraucht, die weniger zweideutig wäre. Frankes, Monatsschrift l. 15

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