Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1852)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1852-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 193 damit die öde Stille auf der Tempelstätte Jerusalems verglichen. In Nom selbst finden wir sie in lebhafter Unterredung mit Philosophen und christlichen Häresarchen über religiöse und biblische Themata?) — U11willkürlich drängt sich die Frage aus: welchen Zweck mochte diese weite, wegen der ungünstigen Jahreszeit nicht ungefährliche, dringliche Reise gehabt haben? Eine Vergnügungspartie war es in keinem Fall: so könnte man schon a priori schließen, daß sie einen apologetischen Zweck gehabt habe, entweder eine von Ferne drohende, oder eine bereits verhängte Gefahr vom Haupte des unglücklichen Volkes abzuwenden. Glücklicher Weise besitzen wir einige Nachrichten, die diesen Schluß bestätigen und uns zum Verständniß derselben verhelfen. Die Stellen, welche diese Nachrichten enthalten, sind eine wahre Fundgrube nicht bloß für den Neisezweck der Tanaiten, sondern überhaupt für die pragmatische Geschichte dieses Zeitraums; ich will versuchen, sie in höhere, benutzbare Resultate umzusetzen. Eine Stelle erzählt, die vier Tanaiten waren zu einer Zeit in Rom, als ein Kaiser und der Senat beschlossen hatte, sämmtliche Juden der Welt, der römischen Welt, zu vertilgen 0) und zwar nach 30 Tagen. Eine Parallelstelle dazu gibt der Talmud. Ein Kaiser, der die Juden haßte, berieth mit seinem Senate, der jüdischen Nation ein Ende zu nnachen. ד) Vor Allem ist hier die Frage zu ermitteln, welcher Kaiser die löbliche Absicht hatte, eine Hauptverfolgung gegen das jüdische Volk zu verhängen. Zwar ist die Wahl unter der Reihe der Kaiser sehr schwer, die mit unfern Tanaiten synchronistisch waren, denn sämmtliche Kaiser von Titus bis Hadrian — den ehrwürdigen Nerva ausgenommen — hatten nicht die zärtlichsten Gefühle für die Juden. Doch muß hier ein argumentum e silentio den Ausschlag geben. Wäre es Titus, oder Trajan, oder Hadrian gewesen: so würde der Name in diesen zwei Quellen genannt sein, weil diese Namen in jüdischen Kreisen geläufig waren. Aus einigen Zügen, die in dieser Nachricht eingeflochten sind, könnte man Domitian herauserkennen. Um aber diese Züge recht scharf heraustreten zu lassen, müssen wir diejenigen Nachrichten zusammen stellen, 5) Midrach Nabba Exodus 30, Derech Erez V. Der Ausdruck מעשה בד זקניכז שהלכו למלכות הפנימית heißt hier offenbar Nom, wo nicht gar die innersten Negierungsgemächer. 6) מעשה שהיו רבותינו ברומי ר״א ור״י וה״ב עורו סנקלימין של מלך לומה מכאן ועד שלשים יום לא יהא יהודי בכל העולם (Midrasch Nabba Deuteron. 2.) Für רי׳א muß es heißen ראב״ע, und ר״ע ist offenbar ausgefallen, wie aus der Parallelstelle hervorgeht. ההוא קיסר» דחוה סנאי ליחודאי א״ל להשיבא דמלכותא מי שעלה לו (7 (.10 Aboda Sara) נימא ברגלו יקפוענה ויחיה או יכיחנה ויצפוער