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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Briefe aus Paris
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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178 Briest aus Paris. oft verhindert, den Sitzungen des Konsistoriums beizuwolmen, sondern es verliert sich auch seine oft vereinzelte Stimme gegen acht andere, die mitten in ihrer Ehrenhastlgkeit der Wissenschaft, manche dem Leben des Judenthums entfremdet sind. Die sonderbare Manie, die leider nicht blos in Frankreich herrscht, nur Persönlichkeiten erwählen zu wollen, die eine Stellung im Staate haben, bringt cs dahin, Individuen bei einander zu haben, denen man ost erklären muß, was ein Schosar n. dgl. ist. Es mag sicher sein Gutes haben, angesehene Männer vereinigt zu sehen, die durch ihren Einstutz und durch ihren Namen bei den Landesstellcn segenbringend den Glauben ihrer Vater vertreten; um aber die nöthige Warme bei Erfüllung ihres Berufes anzubringen, müssen, meiner schwachen Einsicht gemaß, wenigstens einige durch Kunde des Judenthums, dnrch einen von der beseligenden Kraft jüdischer Wissenschaft durchwehten Geist getragen und gehoben sein. Es gereicht den Juden sicher zur Ehre, Oberste nnb Bankdirectoren, Mitglieder des Instituts und Appellationsrathe, die angesehensten Handels- und Gcschästsmäuuer in ihrer Mitte zu haben; neben dieser, sicher nicht zu verachtenden Stellung müssen aber auch andere Männer da sein, deren Leben und Streben im Kreise der Inden und Jndenthums liegt; die neben der Achtung, welche die ersteren dem Gesammtkörper der Autzenwelt gegenüber erringen, den nicht minder zu verschmähenden Einfluß im Innern der Gemeinde Heil und Nutzen zu verbreiten, mitbringen. Eine andere Schwäche scheint in der Bildung jenes würdigen Nathes darin zu liegen, daß die Juden des Niederrheins etwa, welche bei 24,000 Seelen zählen, da fie nur Ein Consistorium ausmachen, eben so gut, wie die von St. Esprit, die kaum 2000 sind, durch Ein Mitglied im Consistorium vertreten sind. So kommt es, daß siebzig tausend, dem deutschen Ritus augehörige Inden durch fünf, zehntausend sesardsche durch drei Mitglieder im Dberrathe für die jüdischen Angelegenheiten repräsentirt sind. — Den Aufenthalt in Paris zur unerläßlichen Bedingung der Aufnahme im Nathe machen, heißt denselben mancher Fähigkeiten berauben, die dnrch ihre Kenntniß der Menschen und Verhältnisse nicht anders als nützlich sein können. Im Kreise der Seinigen, in den verschiedenen Provinzen lernt man eben jene Zustände kennen, die zu befestigen oder zu beseitigen sind, wird man mit jenen Mitteln vertrauet, die am ehesten auf friedlichem Wege zur Abstellung so mancher Mißbräuche dienen können. Der persönliche, im Innern einer Gemeinde durch Dienste und Kenntnisse erlangte Einfluß ist auch nicht zu verwerfen; und sehr oft wird ein von einem durch jene hervorragenden Mitglieder gemachter Vorschlag leicht ins Leben treten.

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