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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Briefe aus Paris
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Briefe aus Paris. 177 So sahen 1806, 1807 und 1808 das schon lange nicht erlebte Schauspiel einer Zusammenberusung von Vertrauensmännern und Gelehrten, die mit Beschlüssen hervortraten, deren Geist und Inhalt noch heute größtentheils die Inden Frankreichs bindet und regiert. — Aber der Name Frankreichs war groß in jener Epoche; von Nom bis nach Hamburg waren die französischen Waffen, und mit ihnen die Synhedrin- Beschlüsse für Juden getragen worden. Mit dem Jahre 1815 nahm Frankreich seine alten Grenzen ein, und die darin lebenden Juden wurden in sieben Conststoriatssprengel, denen vor sieben Jahren ein achter hinzugefügt wurde, vertheilt. Vier von jenen, Straßbnrg, Colmar, Metz und Nancy begreifen nur Juden deutschen Ritus', Bordeaux und Bayonne (St. Esprit) zählen nur sefardische Israeliten; Marseille hat Ln seinem Bezirke die ziemlich zahlreiche deutsche Gemeinde von Lyon; und Paris, die Metropole des Landes, zählt unter 15,000 jüdischen Individuen, von denen etwa 4000 fremde sein mögen, bei 800 sogenannte portugiesische Inden. Während man im übrigen Europa bis nach Amsterdam und Altona zerstreute Gemeinden sefardischen Ritus', welche natürlich durch die Freiheit jener Handelsstädte angelockt dorthin zogen, hin und wieder autrifft, leben in Frankreich die Ueberbleibsel der glorreichen Glaubenskämpfer auf der pyrenäischen Halbinsel nur im südlichen Theile des Landes, dessen Demarcationslinie etwa oberhalb Nimes beginnt. Unter 80,000 Juden mögen wohl 8000 bis 10,000 portugiesische gezählt werden; dasselbe Verhältniß findet man auch beiläufig unter den jüdischen Bewohnern der Hauptstadt; in dieser Zahl find die Juden Algeriens zwischen 30,000 bis 40,000 nicht mit begriffen. Auf den übrigen französischen Colonien hat flch bis jetzt noch keine jüdische Gemeinde bilden können. An der Spitze sämmtlicher Juden Frankreichs steht das in Paris sich befindende Central-Consistorium. Ein jeder von den acht Landessprengeln ernennt zu demselben ein Mitglied, welches eben in Paris seßhaft sein muß: ein Oberrabiner, der vom Staate einen Gehalt von achttausend Franken bezieht und in den Händen des Cultusministers seinen Eid ablegt, und ein gleichfalls vom Staate besoldeter Secretär sind demselben beigefügt. Früherhin war das religiöse Element, jüdischer Sitte und Anordnung gemäß, von drei Stabbinern vertreten, die Zeit raffte alle bis auf das letzte Mitglied des Synhedrin's Hru. Em. Deutz weg, der nach feinem Tode durch den jetzigen Landesrabbiner Hrn. Marchand Emens, ehemaligen Oberrabbiner von Paris und Ritter der Ehrenlegion, ersetzt wurde. Sehr zu bedauern ist jene Reductwn des religiösen Elements im obersten Verwältungsrathe des französischen Judenthums; denn nicht nur ist der ehrenwerthe jetzige religiöse Chef des jüdischen Frankreichs durch seinen Gesundheitszustand

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