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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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174 Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbiner. gerechnet! — Es war eine Familie in Jerusalem, erzählt der Talmud, deren männliche Nachkommen alle als Jünglinge starben; und als dem N. Joch, geklagt wurde, so fragte er: ״Seid Ihr etwa von Eli's Nachkommen, von denen es heißt, daß sic alle jung sterben sollen (ISam.2)? Seid fleißig in der göttliche» Lehre; denn ob auch Opfer ihr Vergehen nicht sühnen, so doch die Liebe und Pflege der göttlichen Lehre (Nosch Hasch 18)." Und als einst nach der Zerstörung des Tempels R. Jochan. von N. Josua, seinem Schüler begleitet, aus Jerusalem ging, und letzterer über die Zerstörung des Tempels klagte, tröstete ihn der Rabbi: Lass' Dich's nicht betrüben mein Sohn; wir besitzen noch eine Sühne, die den Tempel auswiegt und zwar: ״Liebeswerke" (Abbot N. Nathan 4). Und so war sei» Herz voll Liebe, baß ihm das Leid Anderer in seiner Noth nie Trost gab. Als sein Sohn starb, kamen seine Schüler, ihn zu trösten. Der Eine tröstete ihn mit Adam, der Abel verlor; der Andere mit David; ein Dritter mit Job; Alle» aber erwiderte er: ״Wie könnte ich mich mit Leiden Anderer trösten?" bis R. Eleasar Sohn Arach's ihm den rechten Trost gab: er habe Alles an seinem Kinde gethan, um es in Gottesfurcht uub in der Gotteölehre zu erziehen und es sei ihm geglückt, der Sohn habe seiner Bestimmung genügt, und gehe nun den Weg aller Gerechten zur Seligkeit. Da sagte er: ״Du mein Sohn hast mich wahrhaft getröstet" (das. 14). So lebte dieser Mann und so belehrte er seine trefflichen Schüler, von denen die ausgezeichnetsten waren: R. Josua ben Chanania, N. Elieser beu Hyrcan, N. Eleasar ben Arach, N. Simon ben Nethanel, R. Ehanina, Sohn feines Freundes ist. Dosa ben Hyrcan, und R. Gamaliel, die zum Thcil auch Erben seiner gelehrten metaphysischen Kenntniß«), alle aber die Leitsterne des kommenden Geschlechts wurden. Er lebte aber nicht nur sich und seinen Schülern, sondern trug in der Fülle seines edlen Herzens das Leid seines Volkes, wiewohl mit Ruhe und Ergebung; und als durch die Zeloten das Elend fürchterlich hereinbrach, suchte er stets zu schlichten, redete, wiewohl vergeblich den mit ihm verwandten Zeloten Abba Siccara, Ben Batiach zu Herzen, und da er schon alle Rettung aufgebcu mußte, so begab er sich als Todter in einem Sarge, von seinen getreuen Schüler» Ist. Josua uud R.Elieser getragen in Feindeslager, um von Vespasian für die Gelehrten in Janmia zu bitten, zugleich auch für 6) Es scheint, daß erst N. Joch, es unternahm, förmlich Schulen der Gehcimlehre zu bilden, wie aus Pcsachim 74, Hagiga 13 zu ersehen ist.

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