Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1852)
- Article
- Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
- Date
- 1852-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbiner. 173 seinen patriotischen Freund R.Zadok einHeilmittel erflehend, umuurdie Edlen und Wackern für eine bessere Zukunft zu retten (Gittiu 56. Abot R. Nathan 14). Jerusalem war gefallen und die dem Tempel gcwciheten Steuern mußten dem Kapitol geliefert werden, was N. Jochanan schmerzlich empfand (Baba Batra 10. Mcchilta Jethra), tröstete fich aber mit dem Gedanken: Wohin Israel wemdert, gehctGott mitihm י(בכל מקוסשנגלו ישראלהק״בה) und schöpfte Muth zu crneueter Thalkrast. Da R. Simon ben Gamaliel im Kampfe gefallen war und seine Familie, als eine den Römern feindliche betrachtet wurde, so wagten die Inden nicht, seinen Sohn R. Gamaliel zum Nasi zu machen und cs wurde der hochverdiente Greis R. Jochanan b. Saccai gewählt und präsidirte dem Synedrinm in Jamnia. Hier war er nun sehr thätig Einrichtungen zu treffen, welche die Zerstörung des Tempels nothwcudig zu machen schien, von denen neun, erwähnt werden (Nosch Hasch, c. 4. Sncca c. 3), und die von einem selbstständigen Geiste zeugen. Und wie im Leben wahrhaft fromm und bescheiden, so bewährte er sich auch im Tode. Es wird (Bcrachot 88) erzählt: Vor seinem Tode besuchten ihn seine Schüler und als er sie sah, weinte er. Da redeten diese an: Leuchte Israels, Säule und Stütze Deines Volkes, warum weinst Du? Er aber antwortete ihnen: Sollte ich vor einem sterblichen Könige erscheinen um zur Rechenschaft gezogen zu werden, würde ich nicht weinen? Nun aber soll ich vor dem ewigen Richter erscheinen, bei dem keine Bestechung gilt, und ich weiß nicht ob ich als Schuldiger vor ihn komme, wie sollte ich nicht weinen? Einen Aufschluß über sein Leben und Wirken geben die (das.) ihm vor seinem Hinschciden in den Mund gelegten Worte: ״Bereitet einen Sitz für Chiskia den König Jehuda's". Diese letzten Worte halten wir für eine Andeutung ans seine Wirksamkcit. Es ist nämlich eine Annahme mancher Rabbinen, daß der Geist des Frommen, in dessen Fußstapfen wir wandeln, uns umschwebe und mit uns ein- und ausgehe. Nun hat Chiskia wie 7) In d. Encyclop. v. Ersch u. Gruber 37. Th. S. 6 hat sch ln Bezug auf diese Stelle Lalm. Hieros. Taanit. 64 cd. Krakau ein Jrrthum eingcschliche». Der Vers, bezieht das אלוקיכם ברומא was N. Josua ben Lcvi ausspricht, auf die Steuer, die vom Tempel auf das Capitol überging. Aber wie würde dieses sc ein N. Josua sagen, und wie paßte das אלי קורא משעיר darauf? N. Josua wollte den Satz בכל מקרם auch auf das rom. Exil anwcnden und sucht eine Stütze in den: Vers אלי — משעיר da Rom Seir genannt wurde. Nicht also weil die Steuer in Nom ist, sondern weil die Juden dort exilirt sind, ist אלוקיכם ברומא.