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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbiner. 169 starben war, hieß es von ihm: ״der Glanz der Weisheit sei geschwunden."^) Auch war sein Ansehen so groß bei der Mit- und Nachwelt, daß es nur der Anführung seiner Autorität bedurfte, um eine Debatte abzuschncideu 3 4 5 6), und daß er wegen der zahlreichen Zu- Hörer genöthigt war, auf offener Straße, geschützt vom Schatten der hohen Tempelmauer, seine Vorträge zu Haltens; sowie sein Lehr- Haus ״das große" genannt wurde, weil er dort auch vor einzelnen Schülern Schöpfungsgeschichte, Metaphysik (מעשה בראשית u. מ׳ מרבבה) vortrug, welche ״der große Gegenstand" (דבר גדול) genannt nurden (vgl. Echa rab. Eingang). So gelehrt aber N. Jochanan war, so fromm und bescheiden war er in Gesinnung und Wandel. Er hatte an seinem Lehrer Hillcl ein schönes Vorbild, so wie in dem gehässigen Streite der Schule Hillel's und Schamai's, von den es (jeruf. Talm. Sabbat. 1) heißt: ״Jener Tag war Israel so schrccklch wie der Tag, da sie sich am goldenen Kalbe versündigten", ein Schrcckbild und erfüllte, was Synedr. 88b in Bezug auf jenen unseligen Streit als Forderung gestellt wird: ״Wer weise und demüthig ist, und an wem die Menschen Freude und Gemüths-Bcruhigung finden, der sei Richter in seiner Stadt." ״Er wandelte bescheiden und fromm vor Gott und nie redete er leeres Geschwätz (שיחת חולין), ging nicht einen Schritt ohne über die göttlichen Lehren zu denken, und Niemand kam ihm im Lehrhause zuvor, und nie sah man ihn müßig, stets war er im Studium des Gesetzes begriffen und die Tefillin kamen nicht von seinem Haupte; und bescheiden wandelte er unter den Menschen. Er selbst öffnete leutselig seinen Schülern die Thür, und nie kam ihm Einer mit einem Gruße zuvor, auch nicht einmal ein Nichtjude. Und so lernte es 9i. Elieser ben Hyrcan, sein getreuer Schüler, von ihm/' °) Sein Wahlspruch bezeichnet diese seine Eigenschaft." Wenn Du viel im Gesetze erlernt hast, so thne Dir Nichts darauf zu Gute; denn dies ist Deine Bestimmung" (Abot L, 8.). So bescheiden er aber für seine Person war, so kräftig wußte er in seinem Berufe einen einmal für zweckmäßig gefundenen Beschluß durchzusetzen. Hiervon ein Beispiel. Zur Zeit des Tempels durfte, wenn das Neujahrsfest auf einen Sabbat fiel, nur im Tempel, aber nicht anderswo in Synagogen, 3) Sota 9, 15. 4) Edujot 3. Jadajim 4, 3. Keritot 2. 5) vgl. Orient 1842. S. 712. Doch ist weder aus dieser Stelle noch aus Joseph, zu ersehen,, daß, wie Orient a. a. O. vermuthet wird, 9t. Joch. ממונה על ההיכל gewesen, wäre. 6) I. bab. Succa 28. Berachot 17. u. jer. Berach. II. 4.

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