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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-02-01 · Heft 5 (Februar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 5 (Februar 1852)
Article
Bilder aus dem Leben und Wirken der Rabbinen
Date
1852-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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168 Bilder ans dem Leben und Wirken der Rabbiner. wählen, setzte aber den R. Jochanan ihm als Ab-Bethdin mit gleicher Machtbefugniß zur Seite, in welcher er dann auch neben N. Gamaliel sofort verblieb 8). R. Jochanan nun, der sich schon als Schüler so anszeichnete, daß wie der Talmud (Synedrin 41) erörtert, in Betreff der wichtigen Zeugenuntersuchung bei Kapitalverbrechen seine Stimme von den Meistern angenommen wurde, war nicht nur wegen seiner großen Gelehrsamkeit, sondern besonders wegen seiner echten Frömmigkeit, seines Wohlwollens, seiner liebenswürdigen Bescheidenheit, gepaart mit Energie, wo es die Pflicht seines Berufes erheischte, ein treuer Schüler und würdiger Nachfolger Hillel's. In Betreff seiner Gelehrsamkeit wird von ihm gerühmt^), daß er das Studium der Schrift, (Kenntniß und Verständniß derselben), der Mischna und Begründung ihrer Aussprüche (Gemara), d. Halacha und Agada *) (des gesetzlichen Theiles und der anderweitigen Ansichten und Sagen über die verschiedensten religiösen Materien); der aus der Schrift entlehnten, wie der soferischen (rabbinischen) Bestimmungen, der Interpretationsregeln a minore ad majus und nach dem gleichartigen Ausdruck bei ähnlichen Gesetzen; der Astronomie, Engellehre; der Gespräche der Bäume, Gleichnisse von Wäschern und Füchsen, — ersteres wohl Fabeln, wo Bäume redend eingeführt werden, letztere vielleicht lehrreiche Fabeln, in welchen die Füchse zumeist eine Rolle spielten, wie solche in der That im Talmud Vorkommen, und Erzählungen aus dem nicdern Volksleben gegriffen — und der Metaphpsik, — die sich an die Schöpfungsgeschichte und Ezechiel auschloßt) — ja sogar der scharfsinnigen Disputationsweise über das Gesetz zur großen Vollendung gebracht habe, und als er ge- 8) Für die Bevorzugung des N. Jochanan zeugt auch das Abot 2, 8. Ob N. Jochanan aus priesterlichem Geschlechte war, wie Nascht Sabbat 34. 1 behauptet, ist zweifelhaft! da in Tosista Para 3 u. Oholoth 17, das שעשו ידי nicht buchstäblich genommen werden darf, weil sonst N. Jochanan in Mischna Para 3, 8 angeführt sein müßte. (Bei Erwähnung dieser Mischna bemerken wir zugleich, daß der daselbst genannte אי^יועיג׳ nicht, wie N. L. Heller meint, der in Chronik oder Nehemia erwähnte sein kann, da dieser nicht nach Jochan. Hyrcan aufgezählt worden wäre; sondern der von Agrippa (63 xost) an die Stelle des Mathias eingesetzte Eliocni ist.) Aus Menachot LI, 2 wäre dagegen eher zu schließen, daß N. Jochanan nicht Priester gewesen sei. 9) Bab. Baira 134. Succa 88. 1) Diese Auszählung der Gegenstände, welche über den Kreis der damaligen wissenschaftlichen Disciplinen Aufschluß giebt, zeigt, daß אגדה keineswegsausschließlich oder vorzüglich מעשה מרבבה sei, wie S. Sachs in 'התחי meint. 2) vgl. Bechorot 5. Pesach. 94,

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