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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-01-01 · Heft 4 (Januar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 4 (Januar 1852)
Article
Jüdisch-geschichtliche Studien
Date
1852-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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158 Wissenschaftliche Aufsätze. gar nicht vor, dafür aber hat der Letztere eine Regel, seine 13te nämlich, die in der Hillelschm Rubrik gar nicht vorkommt. — Wie verhalten sich nun, genetisch betrachtet, diese 7 zu jenen 13? Offenbar ausführend, entwickelnd, erweiternd, auch wohl berichtigend. So haben wir denn in den Hillelschen die Wurzel zu suchen, aus der nicht nur die Jsmaelschen Regeln, sondern auch andere, wie z. B. der Akibaischen Schule herausgewachsen find. Auch diese Erscheinung steht im innigsten Zusammenhänge mit der Aeitsituation jener Epoche und muß auch naturgemäß mit ihr simultan behandelt werden, so daß die äußeren Vorgänge der Zeit und die Ausbildung der Lehre in ununterbrochener Wechselwirkung zu einander standen. Wer in der Darstellung dieser Geschichtsepoche, und auch der folgenden, die Geschichte des Judenthums getrennt behandelt neben der Geschichte der Juden, der ist kaum über die ersten Elemente einer pragmatischen GeschichtS-Be- Handlung hinausgekommen. ץ Einer der Hauptdifferenzpunkte zwischen dem Pharisäerthum und dessen Gegnern, den Saddueaern, war bekanntlich die Gültigkeit der traditionellen Lehre; darin stimmen Talmud und Josephus überein. Im Talmud gilt diejenige Gesetzesbestimmung für biblisch, welche auch sei- Leus der Sadducäer zugestanden wurde. Die von den Sadducäern bestrittenen Hatachas führten den ganz unschuldigen Namen דברי סופרים, soferische Bestimmungen, bei denen nicht nur die Frage war, ob sie sinaitisch oder nicht, sondern ob sie gesetzeskräftig und verpflichtend seien. Ehe aber noch der Streit über den Werth und den Ursprung der soferischen Ueberlieferung wissenschaftlich durchgearbeitet und geklärt werden konnte, wurde er seit dem berühmten Mahle Johann Hhrkanos" eine Tagesfrage politischer Parteien. Wie in der neuern englischen Geschichte katholische oder doch katholisirende Herrscher mit anglikanischen abwechselten und durch die daraus entstandenen Kämpfe und Schwankungen die Läuterung des reformatorischen Lehrbegriffes in England gestört wurde, eben so wechselten damals in Judäa sadducäische mit pharisäischen Fürsten ab, von denen jeder die Anhänger der gegnerischen Partei schonungslos verfolgte. Auf den sadducäischen Alexander Janal folgte die pharisäisch gesinnte Königin Salome, auf diese wieder bald der sadducäische Aristobul II., bald sein schwachköpfiger Bruder Hhrcanos II., der den Pharisäern zugethan war. Man weiß, wie sehr ein Prinzip, sei es das erhabenste, verkümmert und verdunkelt wird, wenn es erst zur politischen Parteiparole gemißbrancht wird: es ist ein Heller Sonnenstrahl, der in finstere, gegenseitig ankämpfende Wolkenschichten fällt, der, anstatt zu erhellen, nur dazu beiträgt, die Dunkelheit noch greller und grauenhafter zu machen. Erst als Herodes, durch

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