Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 157 Stelle oberflächlich, so scheint es, als wenn die Anwendung der Delltungsregeln etwas ganz Natürliches und Althergebrachtes gewesen wäre. Dann bleibt aber der Umstand unerklärt, warum sie diesmal so entschieden verworfen wurde und man sich erst Lei der kategorischen Ueberlieserung beruhigte. Noch ausfallender wird es, wenn man erwägt, daß die von Hillel hierbei angewandte und abgewiesene Herleitung durch ג״ש במועדו, später angenommen und mit voller Beweiskraft und Gültigkeit in die Mischna übergegangen ist! Erklärlich wird aber diese Erscheinung, wenn man annimmt, daß diese Jnterpretationsregeln, die später als vollgültige Norm anerkannt wurden, hier zum ersten Male aus Hillel's Munde als etwas Neues und Unbekanntes ausgetancht sind: quae nunc vetustissima creduntur nova fuere. Auch aus andern Momenten geht hervor, daß Hillel, wenn nicht der Schöpfer, doch jedenfalls der erste Lehrer der Dentungssormeln gewesen ist, die durch ihn und seine Schule Anerkennung, Pflege und Weiter-- bildung erfahren haben. — Eine Nachricht in der Tosista, die man ihrer ganzen Haltung nach für echt und glaubwürdig anschen muß, erzählt: ״Hillel hat sieben Deutungsregeln vor den Alten Bethyra's vor- ״getragen: 1) Die Schlußfolgerung, 2) bit Wortanalogie, 3״) die Voraussetzung aus einem Werfe, 4) die Voraus- ״setzuug aus zwei Versen, 5) die Verallgemeinerung und ״Besonderung, 6) die Sachanalogie und endlich 7) die Fol- ״gerung aus dem Kontexte. Dieses sind die 7 Regeln, die Hillel ״vorgetragen." 2) — Man wird wohl zugeben, daß die Umständlichkeit und Feierlichkeit dieser Erzählung darauf hinzudeuten scheint, daß diese Hillellschen Regeln ganz neu waren, und man es darum der Mühe werth fand, aufzuzeichnen, in welcher Zahl und vor welchen Personen er sie vorgetrageu hat. — Gehen wir tiefer aus diese 7 Deutungssormein ein, so wird sich ihre Neuheit noch sicherer Herausstellen, wenn wir sie mit den, allgemein im talmudischen Kreise angenommenen dreizehn Regeln N. Jsmael's vergleichen. In R. Jsmael's Regeln sind 6 Hillelsche enthalten, nur ist 3 und 4, logisch richtig, zu einer Regel zusammengezogen; die 5te Hillelsche Regel ist in 9t. Jsmael's zu sieben Regeln erweitert und detaillirt; die 6te Hillelsche kommt in R. J?s לו כבר אמרנו אם יש תוחלת מבבל אע״פי שהיה יושב ודרש להן כל היום לא קבלו ממנו עד שאמר יכא עלי כך שמעתי משמעיה ואכטליון — <Jerus. Pes. VI. Tosista P. IV.) הלל הזקן דרש שבע מדות לפני זקני בתירה 1)קל וחומר 2)!גזירה שור, (2 3) בנין אב מכתוב אחד 4) ב״א משני כתובים» 5) כלל ופרט 0) כיוצא בו ממקום אחר (היקש מה מציגו) 7) דבר הלמד מענינו — אלו שבע מדות דרש הלל לפני (.Tosista synhed vii) זקני נתירה.