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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-01-01 · Heft 4 (Januar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 4 (Januar 1852)
Article
Briefe aus Paris
Date
1852-01-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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148 Briefe aus Paris. barmens ucmteu, nicht eine jener Gottheiten des Aller ich ums ist, deren Gunst man z!l gewinnen wähnt, iutunu man Menschenopfer darbrillge." Wir tonnen es wahrlich dem jungen Franzosen nicht verargen, wenn er stolz auf sein Land sieht, das in allen Stürmen die Glaubensfteiheit bewahrt hat, das dem Juden nicht blos gestattet ans seine Weise Gott zu verehren und seine Kinder zu erziehen, joubmt ihm, als einem zu allen Staatslasten treu beitragenden Bürger, Volksmit) Sch!illehrer bildet und bezahlt, Schulen und Gotteshäuser bauet und schmückt. Gerne hatten wir gewünscht, die Concilienbeschlüsse nicht so ganz übergangen zu sehen. Wenn auch der Verfasser in einer Note anzeigt, daß er nur die bürgerliche Stellung der Inden in Frankreich schildern wollte, so geht das in den ersten Zeiten des Christenthums nicht, wo der Jude beinahe überall, besonders aber in Frankreich unter eauonischem Rechte stand. — Der erste Jude dessen sich ein fränkischer König bediente, ist nicht jener Jsaac, den Carl der Große als Gesandten an den Chalisen Harun al Raschid schickte; sondern Gregor von Tours führt schon einen Inden Priscns am Hofe Childeriel/s an, den Selig Cassel (in seiner Geschichte der Inden, Eneyclopadie von Ersch und Grnber, Th. 27) als einen Mann von Hellem Geiste, ritterlichem Muthe und warmer Liebe für seine Religion streiten laßt. Bon Philipp I., Philipp August, Ludwig IX., der wohl nicht wegen seiner Handlungsweise in Bezug aas die Juden den Namen des Heiligen verdient, bis auf Philipp IV. und endlich Carl VI. haben die Inden nichts als Verfolgungen auszustehen, die mit ihrer vollständigen Verbannung anfhören. Im südlichen Frankreich werden nur die sogenannten portugiestschen Inden, von Heinrich II. angefangen, ausgenommen und beschützt. Unter Ludwig XIV. lebte demohngeachtet und wohlauf in Paris auf dem Place de Vietoire der durch seinen Reich- Lhum bekannte Samuel Bernard, dessen später getaufte Tochter den Kanzler Molo heirathete, deren Urenkel jener Graf Molo ist, der beim Sanhedrin nebst Portalis und Pasquicr als kaiserliche Commifsanen die Verhandlungen leiteten. Mit dem 27. September 1791 beginnt die neue Aera der Juden in Frankreich, und, wir dürfen wohl sagen, in Europa. Der Rosch-Haschana dieses Jahres sah den Kreislaus von sechzig Jahren seit der staatlichen und bürgerlichen Gleichstellung der Juden in Frankreich beendigt: am 27. September vor 60 Jahren (1791) gewannen die Inden in einem Lande Europas ein Vaterland und mit demselben neues freudiges Leben unb Wirksamkeit und Thatigkeit. Der edle Malesherbes hatte schon 4 Jahre vor der

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