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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-01-01 · Heft 4 (Januar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 4 (Januar 1852)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1852-01-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Schutzschrist des Zosephus Flavins gegen Avion. 143 gleicht inan ihn mit anderen Gesetzgebern, seit seinem Auftreten dahingegangen. 39. Und es haben sich, wie zu erweisen ist, die Gesetze von uns zu Anderen verbreitet, und es wird stets mehr der Wunsch nach ihnen rege. Die größten griechischen Philosophen beobachteten zwar dem Scheine nach die heimischen Gesetze: in der Wirklichkeit aber und in dem Forschen nach Weisheit folgten sie Jenem (unserm Gesetzgeber), sie dachten Aehnliches über Gott, und lehrten Einfachheit des Lebens und Verbrüderung. Aber auch bei den Völkern stieg der wanne Wunsch nach iiitfcrct Gottesverehrung auf: und u!an findet keine griechische, keine barbarische Stadt, kein Volk, wohin nicht die Sitte der Feier des siebenten Tages, beit wir arbeitloS zubringen gedrungen wärest, und wo nicht die Fasten, das Lampenfest und viele unserer Speisegesetze beobachtet würden. Und man versucht auch unsere GcsiunuugSeiuheit und Gütermittheilung, unsere Unverdrossenheit und unsere Ausdauer in Leiden für dm Glauben nachzuahmeu. Und was am Bewundernswertesten ist, daß das an sich nicht einladende Gesetz gegen die Wollust sich Geltung verschaffte, und wie Gott durch die ganze Welt so schreitet dieses Gesetz durch die ganze Menschheit: wer einen Blick auf Vaterland und Familie wirst wird meinen Worten beistimmen. Man müßte also entweder alle Menschen der Verworfenheit ankla-- gen, daß sie fremde und unnütze Gesetze (wie die Ankläger die der Inden ausgeben) für ihre heimischen und trefflichen anzunehmen wünschen, ober es sollten die Ankläger mit ihren Verläumdungen 7) Auch -Philo i-mtfi sich häufig darauf, das! der Sabbat auch bei den cutfetntefren Volkera beobachtet werde. Joseplius fügt hier noch Anderes hinzu; und als Aufschluß hierüber dürste Folgendes dienen. Die damalige Welt fühlte sich von jedem Halte verlassen: Das alte Götterwesen war schon vom -Plato ab lächerlich gemacht worden und es war jeder Glaube daran geschwanden: und wie hier das Gemüth vergebens Befriedigung suchte, so fühlte sich jedes edlere Gefühl durch die Liefe Unsittlichkeit verletzt, in dte die Gefellschaft mit Entäußerung aller innerer Wurde versunken war. Die Juden allein standen da als Säulen des Glaubens und der Sittlichkeit: und darum wendcten viele edlere Gemüther, in denen die höhere Ahnung des Göttlichen und Sittlichen lebte, sich ihnen zu. vgl. oben S. 07 und Anmerk. 7. Auch erzählt Josephus noch an anderen Stellen, daß viele Fremde dem Judenthume anhingen: nur mochten sie es nicht in feinem ganzen Umfange angenommen haben. Das Christenthum fand als» schon einen durch das Judenthum geebneten Boden: und da eS in manchen Punkten keil Ansichten der Zeit eine Rechnung trug, zu der das Judenthum sich unmöglich verstehen konnte, so fand es, da es den edlen Gehalt des Judenthums sich aucignetc, Verbreitung. Wie traurig, daß es später dem Judenthum so schlechten Dank wußte!

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