Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829138-2851606--00176-2851635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Schutzschrift des Josephus Flavins gegen Apiou. 139 ihm Eingang gestatteten?") — Und sie versahen Natur und Wesen der Götter niit Furcht und Angst, mit Mnth und Verführung und niit den verwerflichsten Leidenschaften und sagten den Staaten, daß man den besseren Göttern Opfer bringen solle. Und da mußten sie auch nothwendigerweise angebcn, einige Götter seien Geber des Guten, andere Abwender des Bösen: diese müsse man nun, wie man cs bei bösen Menschen thnt, durch Gaben und Geschenke versöhnen, da man sonst, so man ihnen nicht diesen Lohn darbietet, großes Unglück zu gewärtigen habe. 35. Und was ist die Ursache solcher Abartung und solches Vergehens gegen das Göttliche? Weil nach »reiner Meinung, die Gesetzgeber von vornherein nicht das Wahrhafte über die Natur der Gottheit erfaßten, und weil sie auch das was sie zu begreifen im Stande waren nicht als klare Erkcnntniß zur Grundlage der Staatscinrichtung nahmen, sondern sie ließen das Göttliche als Geringfügiges bei Seite und räumten so den Dichtern die Macht ein, welche Götter sie je wollten einznführcn, und den Rednern, jedem tauglichen fremden Gott durch Volksabstimmung das Bürgerrecht zu ertheilen. Auch die Maler und Bildner genossen hierin bei den Griechen große Freiheit, und so ersann Jeder ein Bild: dieser formte es ans Thon, der andere malte es: und die berühmten Künstler in Elfenbein und Gold verwendeten diesen Stoff zu neuen Göttcrschöpfungen. Daher liegen auch einige Tempel ganz öde, andere sind mit den mannigfachsten Weihgcschenken aufs Sorgfältigste ausgeschmückt; einige Götter die früher in großer Achtung standen veralteten, und jüngere, die — um mich anständig auszudrücken — früher in zweiter Klasse standen, kamen an deren Stelle, und auch neue Götter wurden eingeführt und genießen Verehrung"). Der Mensch soll doch aber den Glauben und die Verehrung Gottes unverändert bewahren'. 36. Apollonius der Moloner zeigt sich daher nur als einen gedankenlosen und aufgeblasenen Menschen. Die wahrhaften Philosophen Griechenlands erkannten das vorher Erwähnte. Sie wnß- 8) Nach einer alten Leseart ist hier 7rqo<)iSfMivm> zu lesen, welches besser ist als das noobf-ficviov des gewöhnlichen Textes. Dieses 77־000־!?,«. beziehet sich auf die Gesetzgeber, und so ist der Satz vollständig: eS werden die Dichter und die Gesetzgeber, wie int Eingänge des §., getadelt. 0) Da hier im Texte wie schon Hudson bemerkte, manche unnütze Wiederholung;wahrscheinlich durch Schuld der Abschreiber) ist, so haben wir abgekürzt. 11*