Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Schichschrist des Joseph ns Flavins gegen Apion. sten Gesetzgebern getadelt, daß sie vorn Ansange an solche Meinuugen über die Götter unter dem Volke auöstreuten"). Sie gaben die Anzahl der Götter an wie es ihnen beliebte, ließen sie einen von dem andern auf verschiedene Weise geboren werde»י trennten sie wie die Thiergeschlechter nach Ort und Lebensweise von einander: manche leben aus der Erde, manche int Meere, andere — und zwar die ältesten — find gefesselt im Tartarus. Und an die Spitze derer denen sie den Himmel zntheilten, stellte» sie zwar den Namen nach einen Vater, der aber in der That ein Tyrann und Despot ist; und daher berathen sich seine Frau, fein Bruder und die ans seinem Haupte geborene Tochter, und packen und fesseln ihn, wie er selbst cs fetttem Vater gemacht hatte. 3-4. Dieses glauben die Weiseren sehr tadclnSwcrth und lachen darüber, daß man einige Götter für Unbärtige und Jünglinge, Andere für Greise uud Debartetc halten soll; und Andere verlegen sich auf Künste, der Eine ist ein Schmied, die Andere eine Weberin, Einer ein Krieger und mit Menschen kämpfend, Einige Cpthcrspieler oder Freunde des Bogens. Und es entstehen unter ihnen Streitigkeiten und erhebt sich Zwiespalt über Menschen, so daß sie nicht nur mit einander handgemein, sondern auch voll Mensche» verwundet werden, und sie jammern und müssen Schmerzen crtragench. Und a:u unwürdigsten von allem sind die unmäßigen Ansschweifungen und Liebschaften, die sie fast alle Götter, männliche uud weibliche pflegen lassen, so daß auch der edelste und erste, der Vater (Jupiter) die von ihm verführten und befruchteten Frauen einsperrt oder ins Wasser wirst, und von: Fatum überwältigt die von ihm Geborene nicht zu retten, aber auch deren Tod nicht ohne Thränen anznsehen vermag. Dieses und anderes Derartiges ist freilich geziemend! Und Manche, die solche unverschämte Buhlereien bei den Göttern im Himmel wahrnahmen, wurden hierauf neidisch; und wie sollten sie cs nicht, da doch der Aelteste und König seine Lust nicht unterdrücken kann und zu seiner Gemahlin ins Ehebett eilt! Andere Götter wieder sind Knechte bei Menschen, Lauen bald Häuser für Lohll, bald hüten sie die Schafe; andere werden nach Weise der Verbrecher gefesselt und in den Kerker geworfen: und welcher Vernünftige sollte nicht hierüber zürnen, Jene tadeln die Solches erdichteten, uud die große Thorheit Derer anklagen die 6) Vgl. Plato Republik 2, Buch S. 77<׳, ff. bis Ende des Buches und 3. B. S. 386 ff. 7) Anspielung auf die Iliade V. 778 ff. und andere viele StEeu.