Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829138-2851606--00173-2851632- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
136 Schutzschrift des Josephus Flavins gegen Apion. sehr lange dessen Gesetze gehalten. Gehorsam gegen die Gesetze wird also allgemein als tut Zeugnitz der Tugend zugestanden. Nnn mögen aber auch ferner die Bewunderer der Lacedämonier, deren Zeit mit der zweitausendjährigen und noch lungern unserer Staatseinrichtung vergleichen; und hierzu noch erwägen, daß die Laeedämonier wohl so lange sie Freiheit genossen genau die Gesetze btwahrten, als aber bei ihnen ein Glnckswechscl eintrat, so gericthen fast alle Gesetze in Vergessenheit: wir aber haben durch den Umschwung der Beherrscher Asiens tausendfache Schicksale erfahren, und dennoch verrietheu wir auch im tiefsten Unglück nicht die Gesetze. Und wir folgen ihnen doch nicht etwa, weil sie Unthätigkeit oder Schwelgerei anempschleu: erwägt man genau, so sind uns weit größere Kämpfe und Muhen auferlegt als die bei den Laccdämoniern gerühmte Enthaltsamkeit. Sie baueten weder das Land an, noch trieben sie ein mühseliges Gewerbe, sondern sie lebten in ihrem Staate aller Arbeit ledig, glänzenden Körpers und für dessen Schönheit besorgt, bedienten sich der Dienste Anderer für die Besorgung aller Lebensbedürfnisse und nahmen aus deren Hand die zubereitcten Speise». Und nur ein schönes und den Menschen ehrendes Werk findet sich bei ihnen: Ausdauer im AuSführe» und Ertragen, um gegen Jedermann im Kainpf« die Obermacht zu be- Haupte». Aber daß sie auch hierin nicht bestanden will ich nicht weiter erwähnen: nicht nur Einer sondern Viele haben häufig mit Nichtberücksichtigung der Gesetze, sich sammt ihren Waffen dem Feinde ergeben. 32. Hat man aber bei uns, zu schweigen so viele, sondern auch nur zwei oder drei Verräther der Gesetze gesehen oder die den Tod fürchteten? Den Tod! ich meine nicht jenen leichten, im Kampfe sich ereignenden, sondern den mit körperlichen Martern verbundenen, wie er nur am schrecklichsten sein kann. Es haben ihn wie es scheint, manche unserer Gebieter nicht aus Haß gegen die Unterjochten verhängt, sondern um ein wunderbares Schauspiel zu sehen: ob es Menschen gebe, die das allein für ein Uebel halten, gezwungen zu werden gegen ihre Gesetze zu handeln oder zu specheick). Es ist aber auch nicht zu bewundern, wenn wir mnthigcr 3) Man kann sich kaum des UumuihcS über diese unwürdige Schmeichelei entwehrcn. Die Römer und auch der ״gütige" Titus haben uach der Einnahme Jerusalems die grüßten Grausamkeiten au de» Juden verübt: und Josephus. fürchtend er trete den ״Gebietern" durch solche Erwähnung zu nahe, sucht dieseBeschönigung. Josephus zeigt sich überhaupt in seinen Schriften nicht selten als Schmeichler der Römer und vorzüglich des Titus; Manches muß