Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1852)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1852-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Schutzschrist des Joscphus Flavins gegen Apion. 135 Gewicht oder beim Verknus ein Unrecht oder einen Betrug begehet, oder eine fremde Sache stiehlt oder was er nicht hinterlegt hat wegnimmt, der wird mit einer weit streugcrn Strafe als bei Anderen (Gesetzgebern) bestraft. Auf Unrecht gegen die Eltern, aus Freuet gegen Gott wenn ihn Jemand hegen sollte, erfolgt sogleich Tod. — Jene aber die Alles nach dem Gesetze thun erwartet nicht Silber und Gold als Lohn, und nicht eine Oel- oder Epheukrone oder eine sonstige derartige Belobung: sondern es trägt Jeder das Zeugniß des Bewußtseins in sich, daß wie der Gesetzgeber voraussagte und Gott durch seine mächtige Treue bestärkte, Jene die das Gesetz hüten, und wenn es erheischt wird) muthvoll für dasielbe sterben, sie werden wieder bei Gott erstehen und eines bessern Lebens theilhasiig werden. Ich würde Anstand nehmen dieses zu schreiben, wenn nicht durch die Erfahrung allgemein bekannt wäre, daß Viele von uns häufig das Aeußerste großherzig ertrugen ehe sie ein Wort gegen das Gesetz sprachen. 31. Unser Volk ist zwar nicht atlgeineiu bekannt, und wohl auch nicht unser freiwilliger Gehorsam gegen das Gesetz; doch wenn Jemand sich als Verfasser dieser Gesetze anSgebcn und sie den Griechen vorlesen würde, oder wenn er erzählte, daß er außerhalb der bekannten Welt Menschen gesunden, die eine solche erhabene Lehre über Gott haben, und diesen Gesetzen durch viele Jahrtausende unveränderlich anhängen: so würden ihn Alle, eingedenk der unaufhörlichen Veränderungen bei sich, verwundert austaunen. Klagen sie doch Alle die Derartiges über Politik und Gesetze schreiben, als Fabeldichter au: sie wollen Gesetze geben, sagen sie, die zu erfüllen unmöglich ist. Ich schweige von andern Philosophen die einen derartigen Gegenstand in ihren Schriften behandelten: doch auch der von den Griechen bewunderte Plato, der an ehrwürdigem Lebenswandel, an Macht des Wortes und an Bcredtsamkeit alle Philosophen überragt, wird von Mauchen die׳ da glauben i» der Politik erfahren zu sein, fast verspottet und als Komödienspieler angegeben. 2) Und doch, untersucht man seine Schriften genau, so findet man, daß sie nicht schwierig und sich der Gewohnheit der Menge annähern: sagt doch Plato selbst, daß es nicht gerathen sei, dem nnwissenden Haufen die wahre Meinung über Gott mitzutheilen! — Doch wenn Manche dafür halten, daß Plato'S Lehren eitle, künstlerisch-schön sprechende Worte seien, so bewundern sie nngeinein Lykurg unter den Gesetzgebern, und Alle rühmen Sparta, daß cs ,2) Dieses in Beziehung zur bekannten Republik" des Plato.