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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-01-01 · Heft 4 (Januar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 4 (Januar 1852)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1852-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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IRI
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Schutzschrist des Josephns Flavins gegen Apion. 12b 15. Ich steige mit meiner Rede etwas höher hinaus, und will vorerst sagen, daß man Jene die zuerst damit begonnen nach Ordnnng und gcnieinschastlichen Gesetzen zu streben mit Recht als solche betrachtet, die an Gesittung und Tugend die überragen, die ohne Ordnung und Gesetz lebte». Daher wollen natürlich alle Gesetzgeber ihre Gesetze ans das höchste Alterthum zurücksührcn, damit cs nicht scheine, sie abmen Anderen nach, sondern sie wollen Anderen mit gesetzlichem Leben vorangegangcn sein. Diesem Verhältnisse gemäß zeigt sich die Stärke des Gesetzgebers darin, daß er das Trefflichste erkenne, und eine solche Ueberzengnng von seinen Gesetzen Jenen die nach ihnen leben sollen beibringe: die Stärke des Volkes aber, daß es in allen Gesetzen verbleibe und weder im Glück noch im Unglück etwas daran ändere. Und daher behaupte ich, daß unser Gesetzgeber alle je erwähnten Gesetzgeber au Alter überrage, und die Lykurge, Solone, der Lokrenser Zeleukus und wer sonst bei den Griechen bewundert wird, mit ihm verglichen, erst gestern und vorgestern gelebt zu haben scheinen. Selbst das Wort ״Gesetz" kannte man nicht in alter Zeit bei den Griechen. Zeuge hierfür ist Homer, der dieses Wort nirgends in seinem Gedichte braucht: es war zu seiner Zeit noch nicht (ein ״Gesetz"), sondern die Völker wurden nach weisen Sprüchen. und nach Befehlen der Könige regiert. Und noch lauge Zeit hierauf bediente man sich nur nichtaufgeschriebener Gewohnheitsrechte, die man auch nach den je vorkommenden Fällen hänfig änderte. Unser Gesetzgeber aber, der sehr alt ist (dieses wird auch von Jenen zugeftanden die alles Böse von uns sagen), zeigte sich dem Volke als den besten Führer und Rathgeber: er umfaßte die Anordnung des. ganzen Lebens durch Gesetz, wußte es dahin zu bringen, daß man es annahm, und erzielte, daß es von denen die cs kennen mit der festesten Treue bewahrt werde. 16. Wir wollen vorerst sein vorzüglichstes Werk betrachten. Als unsere Vorfahren Egypten verlassen und in das väterliche Land einziehen wollten, stellte er sich an die Spitze der vielen Myriaden, und rettete sie aus vielen Nöthen. Sie mußten die wafferlose fandreiche Wüste durchziehen, Schlachten liefern, für Kinder, Frauen und Habe kämpfen: und er zeigte sich allenthalben als den besten Anführer, den weisesten Rathgeber und den wahrhaftesten Fürsorger für Alle. Und vbschon er es dahin brachte, daß das Volk ihm anhing und ihm allgemein folgte, so benützte er dieses doch nicht um sich eine Oberherrschaft zu begründen. Und da wo Große zumeist nach Macht und Herrschaft für sich streben, und dem Volke das

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