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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1852-01-01 · Heft 4 (Januar 1852) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 4 (Januar 1852)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1852-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Schutzschrist des Joftphus Flavüls gegen Apion. 123 Und da das Gesetz göttlich und so innig mit ihrem Leben verwachsen ist, darum lassen sie auch nicht von ihm, können nicht Leiden und Qualen sie dahin bringen, daß sie gegen das Gesetz handeln oder sprechen. Und hierin liegt ein abermaliger Beweis für die GöLtlichkeir des Gesetzes: die Juden haben es durch die große Reihe von Jahren, haben es unter so vielen Leiden und den traurigsten Erfahrungen bewahrt: die Zeit, dieser echte Probierstein, ist Zeuge dieser Göttlichkeit. — Welche Hoffnung auf Lohn aber die Juden hegen? Daß die nach dem Geseke leben und für dasselbe das Aeußerste zu erdulden bereit sind, bei Gott zu einem bessern Leben erwachen. — Und schon findet das Judenthum allenthalben Nachahmer und breitet sich nach allen Seiten aus: dieses spricht ebenfalls von seiner Göttlichkeit. Dieses der gedrängte Inhalt dieses andern Theiles der Apologie: und es wird kein Leser ohne Hochachtung von Joftphus, der freilich nicht ganz frei von Schwächen ist, scheiden. Eines muß noch aus dem, was Josephus hin und wieder berührt, hervorgehoben werden. Die Juden werden wohl allgemein als Träger der Idee der Einheit Gottes betrachtet; aber auch das Sittltchkeitsprincip fand nur in ihnen in der alten Zeit seine Vertretung, und kam durch sie ans die neue Zeit herüber. Der Polytheismus hatte wie die Gottheit so den Menschen herabgewürdigt; der Mensch war nicht nur fcou Gott sondern auch von sich, von seinem SittlichkeiLsgefühle abgefallen, Mosaismns, Judenthum gab dem Menschen Gott und gab den Menschen sich selbst wieder, durch das Göttliche kam der Mensch wieder zum Bewußtsein des Sittlichen: Träger also des Göttlichen und Sittlichen zugleich zu sein ist die Bestimmung des Judenthums. 13. Das Fernere der Auklageschrist ist vielleicht besser unwiderlegt zu lassen, da Apion hier sich und die Egypter anklagt. Er wirst uns vor, daß wir Thiere opfern, kein Schweinefleisch essen, und lacht darüber, daß wir uns beschneiden. Ersteres haben wir nüt vielen Anderen gemein; die Griechen opfern bei! Göttern Hekatomben, ohne daß deshalb wie Apion fürchtet, die Welt an zahmen: Vieh verarmt; hingegen würde, wenn Alle den Sitten der Egypter folgten, die Welt bald arm an Menschen sein, denn sie würde mit wilden Thieren voll werden, die sie (die Egypter) als Götter sorgfaltig pflegen. — Da ferner die egyptischen Priester sich des Schweinefleisches enthalten und sich beschneiden, so muß Apiou mit Geistesblindheit geschlagen gewesen sein, da er als Vertheidiger der Egypter uns das vorwirst, was ein Vorwurf gegen die Egypter selbst ist: Apion scheint daher dafür, daß er seine vaterländischen Sitten ver- 10*

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