Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1851)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1851-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2829132-2829133-2829137-2851557--00151-2851599- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ü6 Wissenschaftliche Aussätze. Schwierigkeiten, daß eine Analyse am rechten Platz sein dürste. Diese Söhne Betern — worunter doch mindestens zwei Personen zu verstehen sind, Spätere halten sie gar für Brüder, Söhne eines Betera, wissen sogar ihre Vornamen zu nennen — ich sage diese, meinctwegcn zwei Söhne hatten also bis zu dieser Begebenheit die Naßiwürde inne; aber wie konnten zwei als Naßi fnngiren? Nun die Geschichtserklärer wissen sich zu helfen: von den zwei Brüdern wird der Eine Naßi,'der Andere Stellvertreter (Ab-bet-Din) gewesen sein: die Synhedrialvorstchcr konnncn ja immer paarweise vor (nwO- Allein wie sollten zwei Brüder die höchsten Ehrenstellen im Synhedrin eingenommen haben, da doch bekanntlich Naheverwandtc nicht Mitglieder desselben sein dursten? Aber auch ohne diese Schwierigkeit ist cs sicher, daß B. Betera nicht Söhne waren: denn sie werden in der Quelle •ב des Jeruschalmi^) imb der Tosiphta die Alten Betera (וקני בתירא) genannt, was nichts Anderes heißt, als die Senatoren B., oder die Synhedrialmitglieder, nnd der Ausdruck Söhne scheint kein Patronymieum, sondern ein Gentilicium zu sein. Nicht minder auffallend bleibt der Umstand, daß die Wähler des Naßi, sei es das Volk, fei es ein besonders privilegirter Wahlkörper um einer geringen Frage willen, die, wie sich später zeigen wird, ,damals noch nicht zur Hälacha erhoben war, einen Präsidenten abgesetzt und eingesetzt haben sollte; selbst die Unwissenheit der Bne Betera hätte mehr Nachsicht verdient?) Eine ganz entlegene Nachricht in Joftphus' Alterthümern gibt uns den Schlüssel zur Lösung dieser Fr-ägen, und verbreitet über die Situation dieser Erzählung Helles Licht. Josephus erzählt^): Ein Babylonier Jazimos jüdischer Abkunft sei aus Babylon mit fünfhundert Bogenschützen ausgewandert. Herodes habe dieser jüdischen Kolonie Wohnsitze in Batanea, im Nordosten von Palästina, am Fuße des Hermon, eingeräumt zum. Schutze gegen die räuberischen Einfälle der Tarichäer. Viele neue Auswanderer folgten nach. Ein gewisser Zamaris baute in Batanea Städte, unter denen eine Stadt -den Namen Bethyra {Bed-vga) führte. Zamaris Sohn, Jäkim, und sein Enkel Philipp waren treue Anhänger des herodianischen Hauses bis zur letzten Katastrophe. So hätten wir denn den Stammort der Söhne Bethyra oder der Alten 2) הלכה זו נתעלמה פזקני בחירה־ ג' הניחו כתרן יובחן ראב״ע וזקני בתירח. (jetuf. Pesach VI.) ר Die Bne Betera wurden, wie aus bab. und jerus. T. und zumeist aus der vom Herrn Vers. vor. Anmerk, selbst beigebrachten Stelle hervorgehet, nicht ihrer Stelle entsetzt, sondern sie selbst deferirten die Naßiwürde an Hillel. vgl. auch j. Kilda'i'm 23 b+ D. N. 3) Joseph. Antiqu. % ,V