Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1851)
- Article
- Jüdisch-geschichtliche Studien
- Date
- 1851-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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t!4 EiffenschäMche MfW. nicht den Rainen des Heiligen und die hohe Verehrung , die er bei drr Zeitgenoffenschaft und der Nachwelt genießt. Nach Rapvport wäre Marc Aurel, der philosophische Kaiser,, fein Busenfreund gewesen, ״ wenn nur der judenfeindliche Ausspruch dieses Kaisers nicht allzu authentisch wäre. Woher diese Divergenz? Weil sie bei Kritiken fich allzusehr auf einzelne Notizen, als auf die letzte Instanz berufen. — Wie aber soll mau in diesem Detailgewirre leitende Thatsachen herausfinden? Das Sicherste ist umaus dem Gebiete dieses Hauptabschnittes der Mischeu Geschichte endlich einmal Meister zu werden und ihn zum Abschluß zu bringen — mit dem Geschichtsstoff so zu verfahren, wie Eartesius es mit dem philosophischen Stoff machte, so länge Alles zu bezweifeln, bis die Wahrheit oder die hohe Wahrscheinlichkeit sich evident heräusgestellt hat. Bei aller Verehrung, die wir vor der Autorität der Tanaiten und Amoräer haben, sollen wir ihre geschichtlichen Ueberlieferungen nicht ohne strenge Sichtung auf Treue und Glauben hinnehmen, sonst kommen wir in aller Ewigkeit nicht aus der Ungewißheit und dem Widerspruch heraus. Diese Heroen werden uns den Zweifel an ihren Nachrichten um so eher erlauben , als sie selbst immer um Wahrheit gerungen haben, und der Zweifel selbst nur ein Durchgangöpuukt ist, um ihre Nachrichten zur stegreichen Gewißheit zu erheben und sie in das ihnen geM-rende Licht zu--stellen. Doch auch aus -dem 'Kreise ches .swigen <ZwkifM-S und Verneinens müssen wir herauskommen, wir bedürfen dazu einiger uttbezweWLer Voraussetzuugen. Es stehen uns aus dem Gebiete der talrnudischen Historik wenig monumentale Mittel zu Gebote, wir haben keine ruhmreichen Trophäen, keine zeiLtrotzenden -Denkmäler, keine Inschriften, keine Münzsanunlung. Nun, so wenden wir hierbei das richterliche Verfahren in zweifelhaften Prozeßfällen an, dann werden wir doch hinter die Wahrheit kommen können., Es gibt dafür -zweierlei Beweisversahren. 1) Das objectkve Zeugniß zweier nicht verwandten, einander ganz fremden Zeugen. Wenn z. B. die tälmudische Relation in den Haupt- Momenten Wereinstimmt mit Flavins Zosephus' ErMMng, oder mit Nachrichten aus dem Kreise der Kirchenväter, Äberhauptmitmeinem außerjüdischen Chronisten, ft dürfen wir diese Nachrkchtnus '׳dm 'Munde.zweier, ft zu sagen wildfremder Zeugen als sichere, uttbezweifelte Thtttsache annehmen Ja selbst die UebereLnstittlnirrng der Nachrichten des babylonischeu Talmuds Mit den: jerüsaleMischen öder mit einem palästmensischeu Agadawerke können -wir Nls öbWÜVeö ZdügW betrachten, weil?diese beiden TalMude erweislich ohne Einflllß ckff einander waren *) Vgl. jedoch Mn S. 75 -ff. wo sich-dLs Gegentheil ergM ״D.-Mdact.