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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-12-01 · Heft 3 (Dezember 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 3 (Dezember 1851)
Article
Briefe aus London
Date
1851-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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108 Briefe, aus London. Mein für Diejenigen, welche Grace Aguilar wirklich kannten, bleibt alles Lob hinter ihren Verdiensten zurück; und sie hat in ihrem besonderen Zweige -er Literatur eine Lücke zurückgelassen, welche wir nie wieder ausgefüllt zu sehen erwarten! Für ihr eigenes Volk ist ihr Verlust unberechenbar groß; sie war ein goldenes Glied in der Verbindung zwischen Christen imb Juden; von beiden gleich geachtet und bewundert brachte sie die Einen den Anderen in Liebe naher״, sic diente, als ein lebender und erhabener Beweis von jüdischer Vortresslichkeit, jüdischer Freisinnigkeit, Loyalität und Einsicht. Die Schlender des Sohnes Jissai (Davids) wurde nicht kräftiger amb wirksamer gegen den Verhöhner seines Volkes geführt, als ihre Feder gegen den Riesen Vorurtheil., Wir haben bei Grace Aguilar's Vertheidigung ihres Volkes Längcr verweilt, als man für nöthig erachten dürste, weil gerade das sie vor allen Schriftstellerinnen unserer Zeit auszeichnet; wenn sie von der .,Heerde Judah" schreibt, so bemerkt man einen Ton des Gefühls in Allem, was sie veröffentlicht hat, der sie auf eine merkwürdige Weise, erhebt und aufrecht erhält. Im Gespräch brachte die Erwähnung ihres Volkes dieselbe Wirkung hervor. Zuweilen schien sie wie begeistert; ja, das hellleuchtende Auge, die tiefen Töne ihrer Stimme, die natürliche und ungeschminkte Beredtsamkeit ihrer Worte, wenn sie von der Vergangenheit der Juden sprach, und die strahlende Freude ihres Antlitzes,׳ wenn sie sich über 'das einstige Sammeln der Stämme zu Jerusalem äußerte, werden die, welche diese junge Jüdin kannten, niemals vergessen. Im Lauft der Zeit, wie wir bereits gesagt, (ernte ihr eigenes Volk sie nach Verdienst schätzen. Ehe sie nach Deutschland abreiste, erhielt sie von einigen ,,Frauen Israels" ein sehr schönes Schreiben. Unter ihren Werken von allgemeinerul Charakter ist ״der Einfluß des Hauses"- vielleicht Vas beliebteste; und das Nachstück dazu: ״der Mutter Belohnung", obschon erst unlängst veröffentlicht, war bereitH im Jahre 1.836 geschrieben. Das ״Cederthal" (The vale ot eerlars) ist eine Erzählung von jüdischem Glauben und jüdischem Dulden, auf merkwürdigen Thatsachen beruhend, die sie durch Leute ihres eigenen Glaubens kennen lernte; die Anordnung war hier schwierig, wie es stets schwierig ist, das Einfache und Würdige zu verschönern, ohne dessen Wirkung und Schönheit zu zerstören; aber, wie gesagt, bei jeder Gelegenheit, wo Grace ihr eigenes Volk berührte, schrieb und sprach sie wie begeistert; sie drängte zusammen und vergeistigte, und alle ihre Gedanken und Gefühle waren in der Essenzdes himmlischen Liebe und Wahrheit getaucht. Wir siud fest davon -überzeugt, daß, wenn dieses junge Weib in den schrecklichen Zeiten der Verfolgungen

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