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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-12-01 · Heft 3 (Dezember 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 3 (Dezember 1851)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1851-12-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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94 Schutzschrist des Jostphus Flavins gegen. Apion. ihnen. Verschiedene Wechselfälle haben wie andere Staaten auch unser» Staat betroffen: Antiochus Theos, der große PompejuS Licinius CassiuS und zuletzt Titus haben als Sieger den Tempel besetzt, und sie haben nichts dergleichen gefunden sondern die reinste Gottesverehrung, die wir Anderen nicht mit Worten ausdrücken können! 8. Noch eine andere schmachvolle Sage entlehnte Apion von den Griechen, die ste, die Treulosigkeit und die Tempelschändung des AntiochuS (Epiphanes) zu beschönigen ersannen. Apion macht sich zu deren Ausposauner und erzählt: ״Antiochus fand im Tempel einen auf einem Bette liegenden Manu: neben dem Bette stand ein Tisch mit Gerichten von Land- und Seevögeln. Der König war hierüber erstaunt; doch Jener dem der Eintritt des Königs Hülfe versprach, fiel ihm zu Füßen und bat mit aufgehobenen Händen um seine Freiheit. Der König befahl daß er sich setze und sage wer er sei, warum er sich hier aufhalte, und wozu hier diese Speisen. Der Mann erzählte hieraus unter Thränen und Seufzern sein unglückliches Geschick. Er sei ein Grieche: und als er wegen Ankaufes von Lebensmitteln durch das Land gereist, fo sei er von fremden Männern ergriffen, in den Temvel geführt und daselbst eingesperrt worden. Hier bekam er Niemanden zu Gesichte, doch wurde er mit den besten Speisen gefüttert. Im Anfänge hatte dieses unverhoffte Wohlleben ihm Vergnügen gemacht: hierauf erweckte es in ihm Verdacht und endlich Bestürzung. Er befragte zuletzt einen der zu ihm kommenden Diener; und da habe er vernommen, daß er nach einem Gesetze der Juden, das die Zunge sich auszusprechen scheuet, hier genährt werde, und daß die Juden solches jedes Jahr zu einer gewissen Zeit thuu. Sie fangen nämlich einen griechischen Reisenden auf, füttern ihn eine gewisse Zeit und führen ihn dann in einen. Wald, wo sie ihn tobten und seinen Körper nach ihren Feierlichkeiten opfern. Und da kosten sie die Eingeweide und legen bei der Opferung des Griechen den Schwur ab, daß sie gegen .die Griechen Feindschaft hegen wollen: hierauf werfen sie die Ueberbleibsel des Gemordeten in eine Grube und entfernen sich. Der Mann erzählte nun, daß ihm nur noch wenige Tage bis zu der Opferung übrig seien, und er bat den König, daß er als Verehrer der Götter der Griechen, die Absichten der Juden gegen sein Blut hintertreibe und ihn aus diesem traurigen Zustande befreie"^). Diese Fabel 3) Die durch viele Jahrhunderte bis auf die Damaskerangelegenheit lausende Beschuldigung, die Judenbrauchen zu einer gewissen Zeit Christenblut. hat also wenigstens nichts Originelles: Apion und Genossen sind die Vorläufer: und die Anklage des Gebrauches des Blutes eines Nichtjuden hat gewiß ihre feste

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