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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-12-01 · Heft 3 (Dezember 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 3 (Dezember 1851)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1851-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Schutzschrift des Josephus Flavins gegen Apion. 83 deren Negierung durch Kriege- und häusliche Zwistigkeiten zerrüttet war, hatten sich Elemente eingedrängt, die dem Staate nicht minder schädlich als den Juden feindlich waren: viele Egypter hatten sich zn Alexandrien ansässig gemacht. Unter der Herrschaft der-Römer trat zwar eine Veränderung ein: kein Egypter konnte das Bürgerrecht erlangen; allein der verderbliche Stoff warschon von früher in Alexandrien angesammelt, und es kam nun die andere Seite des Uebels hinzu: es fehlte an dem eigentlichen Willen ihn unschädlich zu machen. Die Ptolemäer hatten in den Juden ein Gegengewicht gegen die eigentlichen Egypter gesucht; das mächtige Rom bedurfte nicht einer solchen Stütze. Zudem trieb Jene die Sorge für ihre Dynastie, für das Verbleiben ihrer Herrschast bei ihren Nachkommen; Rom ließ Alexandrien durch Proconsulen regieren, die nach ein- oder mehrjähriger Verwaltung wechselten: jenes frühere Interesse der Befestigung schwand und es trat an deffen Stelle die bekannte Willkür der Proconsulen, oder es richtete sich nach einer andern der früheren ganz entgegengesetzten Seite. Die Juden zu Alexandrien sollten bald die Wohlthat römischer Herrschaft empfinden. Tiberius der Nachfolger OctavianS hatte den Flaccus Avilius als Proconsul nach Alexandrien gesandt. TiberiuS starb fünf Jahre hierauf, und Cajus Caligula bestieg den römischen Thron. Caligula war dem Flaccus abgeneigt; und dieser der von des Imperators Haß und allmälig hervortretendm Grausamkeit Alles fürchtete, scheint mit dem Plan umgegangen zu sein, sich gegen dessen Wnth durch Egypten, die von ihm verwaltete Provinz, sicher zu stellen. Alexandrien war nach Rom die vorzüglichste Stadt des Reiches; und daß mächtige Proconsulen von den Imperatoren abfielen und sich selbst mit Erfolg als Imperatoren erklärten, bezeugt vielfach die spätere römische Geschichte. Ein solches Vorhaben scheint Flaccus, nach vielen Einzelnheiten bei Philo zu schließen, gefaßt zu haben. Sein erster Schritt war, die Egypter sich befreundet zu machen und dem alexandrinischen Pöbel, den er früher mit starker Hand niedergehalten hatte, Nachsicht zu zeigen. Und hiermit war das Loos der Juden entschieden! Agrippa, König von Judäa, reiste durch Alexandrien, und der große Hause der Lüderlichenund Müßiggäirger, an denen diese Stadt mehr als jede andere einen bedeutenden Uebersluß hatte, erlaubte sich den zügellosesten Spott, verkleidete einen berüchtigten Blödsinnigen als Agrippa, ließ ihn Audienz ertheilen u. s. w. Flaccus wehrte nicht dem Unwesen; und der wilde Pöbel durch dieses Zusehen ermuntert brach gegen die zu Alexandrien wohnenden Juden los, drängte sie in ein Quartier zusammen und verübte.an ihnen GrauscwkeLLen, die, wie Philo sagt, selbst.den reißenden Thieren unbekannt sind. Die Juden, so viele deren die Unmenschen habhaft werden konnten, wurden y*

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