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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-11-01 · Heft 2 (November 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 2 (November 1851)
Article
Briefe aus London
Date
1851-11-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Briefe aus London. 61 Obgleich durch diese Erweiterung das Feld der jüdischen Armenerziehnug eilte bedeutende Ausdehnung erhielt, so zeigte sich doch bald, daß selbst damit dem Bedürsniß noch bei weitem nicht etttsprochen war; denn die Anmeldungen wurden um Vieles zahlreicher als der Raum und die Lehrkräfte zu berücksichtigen gestatteten; und außerdem wurde die Nothweudigkeit einer ähnlichen Anstalt für Mädchen immer dringender gefühlt. Mit unermüdlichem Eifer strebten ntehrere wohlhabettde Freunde öffentlicher Erziehung, die nicht unbedeutenden Fonds, die zu einer zeitgemäßen Erweiterung der Anstalt erforderlich waren, zu sammeln; und schon im Jahre 1820 ward es ihnen möglich, ihre segensreiche Absicht zu realisiren. Unter jenen Männern zeichneten sich durch ihren Eifer und ihre Freigebigkeit aus: Samuel Joseph, Joshua Van Oven, Abra- Ham Levy und S. L. de Symons, von denen der letztere noch jetzt lebt, mit gleicher Rüstigkeit für die Förderung der Anstalt wirkt und sich der Früchte seiner Thätigkeit mit Grund erfreuen darf. Das nächste Resultat ihrer Bemühungen war das jetzige, schöne Schulgebäude, das mitten in Bell-laue gleick einem Schlosse unter verfallenen Ruinen hervorragt und das dem, der mit dem öden, wilden Verkehr jenes Stadttheils vertrant ist, wie eine Oase in der Wüste erscheinen muß. Die Schulzimmer dieses Gebäudes werden unter die geräumigsten und schönstcu Ln der Hauptstadt gezählt, es fehlt nickt an den. nothwendigen Spielplatzen und an bequemen Lehrerwohnungen. Die ersten Baukosten beliesen sich auf mehr als -4000 Pfd. SL. die ausschließlich durch freiwil- Lige Beiträge gedeckt wurden. Noch im Jahre 1820 wurde das neu errichtete Gebäude vom fei. Oberrabbiner Dr, Herschel eröffnet und eingeweiht. Die Statuten der so erweiterten Anstalt zeigen folgende drei Hauptpunkte, in denen sie besonders vou der nrfprüngllcheu Schule sich unterscheidet. 1) Die Anzahl der anszunehmeudeu Knaben wurde ans 600 erhöht, die in der hebräischen nick anderen Elementarwissenschafteu unterrichtet werden sollten. L) Hiermit wurde eine Mädchen-Freischule für 300 Schülerinnen verbunden, die außer in jenen Objekten auch in Weiblicheu Handarbeiten unterwiesen werden. 3) Die oben erwähnte תלמוד תורה Schule wurde mit der ertveiterten Anstalt vereinigt, wodurch diese einen verhältnißmäßig beträchtlichen Zuschuß an Fonds erhielt. — Die wohlhabenden Glaubensgenossen nicht nur der Hauptstadt sondern auch der Provinzen wetteiferten nun, das in so großartigem Maßstabe angelegte JnstiLttt mit den nöthigen Mitteln zu versehen; Schenkungen, Legate und Subftriptionen flössen reichlich der Verwaltung zu; und es ist erfreulich hinzuznsügen, daß selbst die christlichen Mitbürger sich nicht ausschlossen, jene Anstalt durch liberale Beiträge zu unterstützen. So

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