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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1851-11-01 · Heft 2 (November 1851) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
1 (1851-1852)
Issue
Heft 2 (November 1851)
Article
Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
Date
1851-11-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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54 Schutzschrist des Josephus Flavins gegen Apion. Aehnlichen Unsinn bringen Chäremon nnd Lyflmachus; sie überbieten sich an Abgeschmacktheiten, und für ihre Wahrheitsliebe zeugt daß sie ungemein von einander abweichcn, jeder andere Namen, andere Zahlen, andere Umstände angibt. Als eine Probe der Geschichtstreue möge nur angeführt werden, daß Lyflmachus erzählt ״die Stadt habe früher geheißen Jerosyla, dieses bedeutet ans griechisch (U^bavlu) Tempelschänduug, weit nämlich jene Aussätzigen unter-Moses Tempel und Heiliges geschändet hatten; später habe man sich des Namens geschämt und ihn in Jerusalern umgewandelt." Der kindische Mensch merkt in seiner 'Schmähsncht nicht, sagt Josephus, daß er von Juden und nicht von Griechen spreche, nnd bei den Juden (auf hebräisch) heißt doch Tempelschändung nicht Jerosyla! Einen Gewinn geben diese an Schmähungen und Lächerlichkeiten überreichen Erzählungen: die Wahrhaftigkeit der Berichte der h. Schrift tritt durch sie um so vollständiger ans Licht. Daß Menschen zu schwereu Arbeiten ohne eigentliche Ursache verdammt waren, erzählt auch die egyptische Geschichte; und sie referirt ebenfalls, daß Egypt.er mit dem Aussätze behaftet waren. Sie bestätigt also durch Letzteres die Angabe der Schrift wir sehen jetzt von ihren Wundern ab und betrachten sie nur als Geschichtsquelle daß diese Krankheit Egypten betroffen habe, während die Schrift rationeller erzählt, die zu der harten Arbeit Verdammten feiereFremdlinge gewesen., deren Ueberhandnehmen man gefürchtet. Pie egyptischen Geschichtsbücher bringen ferner die Hyksos mit den nach ihrer Angabe später ausgestoßenen Egyptery auf nnwahrschejflliche Weise in Verbindung: durch das Referat der Schrift ergibt sich hier das eigentliche Berhältniß: Die Israeliten waren in geringer Auzahl nach Egypten gekommen; nach ihrem Auszuge besetzten sie sich in Palästina u. s. w. Die Egypter wußten aber in ihren Geschichtsbüchern von einem Einsalle der Hyksos, der sich jedoch um viele Jahrhunderte früher als der Einzug Jakobs mit seiner Familie ereignete. Dieser Einzug selbst blieb ihnen als nicht hervorragendes Moment unbekannt; hingegen vernahmen sie daß die Juden, ursprünglich ein Hirten- Volk, ans Egypten gezogen und sich in Judäa ansässig gemacht hatten: und es. erfand die abenteuerlichste Erdichtung den Zusammenhang zwischen Hyksos und Inden. Die Schmähungen desManetho, Chäremon, LysimachuS erregen unsere Verachtung; für ihr.eUnwissenheit wollen wir eineEntschuldigung in ihrerUnbekauntschast mitbesseren Quellen suchen. Desto tiefer aber ist zu bedauern, daß ein neuerer Geschichtsforscher, der als Dichter derStolzDeutschlandsist, diese Unwjssenheit vorsätzlich theilt und— vielleicht uuvorsätzlich — jene kleinlichen Schmähungen wiederholt. D i e S en d un g Moses von Schi U e r ist

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