Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 1 (1851-1852)
- Issue
- Heft 2 (November 1851)
- Article
- Schutzschrift des Josephus Flavius gegen Apion
- Date
- 1851-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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53 Schutzschrift des Josephus Flavins gegen Apion. sonders, die Bilder der Götter so sicher als möglich zu verbergen. Hieraus schickte er seinen fiinsjährigcn Sohn Sethon, der »ach seinem Vater RampscS auch Namesscö genannt wurde, zu einem Freunde; er selbst aber rückte vor mit den anderen aus drei hundert tausend Kriegern sich belauseudcn Egypteru, ließ sich jedoch, da er dieses für einen Kampf gegen de» Willen der Götter hielt, in keine Schlacht mit dem ihm entgegenkommende» Feind ein, sondern ging wieder zurück nach Memphis. Dort nahm er den Apis und die anderen daselbst znsammeugcbrachten heiligen Thiere, und zog mit dem ganzen Heere und dem Volkshaufen Egyptens nach Aethiopien, dessen König ihm durch Freuudschast Verbünde!: war. Dieser nahm ihn gütig aus, und sorgte für ihn und die Seinigen durch die vom Schicksal bestimmten dreizehn Jahre. Die hcrbeigekommenen Solymitcr gingen indessen, im Verein mit den egyptischen Aussätzigen, sehr grausam mit den Menschen um, und ihr Sieg schien denen, die diese Grenle mit ansahen, der abscheulichste. Sie begnügten sich nicht damit Städte und Dörfer zu verbrennen und die Bilder der Götter zu schänden, sondern sie bedienten sich dieser Bilder um an ihnen die heiligen Thiere zu braten, zwangen die Priester und Wahrsager Mörder und Schlächter der heiligen Thiere zu sein, und jagten sie dann nackt fort. Der Priester, der ihnen Verfassung und Gesetze gab soll seiner Abstammung nach ei» Heliopolitaner gewcsein, Namens Osarsiph; genannt nach dem zu dem Heliopolis verehrten Gott Osiris. Als er zu diesem Volke überging änderte er seinen Namen und nannte sich Moses." Manetho berichtet hieraus: ״Amenophis sei endlich mit großer Macht, zurückgekommen, und ebenso sein Sohn Nampses: sie haben dann mit den Hirten gestritten, sie besiegt und bis an die Grenze Syriens verfolgt." Dies« Erzählung so fabelhast als abgeschmackt bedarf kaum einer Widerlegung. Josephus hat sie dennoch durch die Umstände seiner Zeit gedrängt unternommen. Er weiset nach den Unsinn der Erdichtung des Gvtteranschauenden und Götterzeigcnden Amenophis, die Abgeschmacktheit, daß die Götter ihre Erscheinung an die von dem Wahrsager angegebene, das Unglück so vieler Tausende hcrbeisührende Bedingung knüpfen sollten und wie der König doch nicht dieser Bedingung nachgekommen; wie ungereimt diese Selbstentleibung, wie unwahrscheinlich, daß die Hirten zu Jerusalem sich mit den Aussätzigen, von denen sie doch die Ansteckung dieser entsetzlichen Krankheit zu furchten hatten, in einen Bund einlassen werden: und dergleichen handgreisiiche Absurditäten mehr.