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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 663

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Der literarische Kampf um die Emanzipation in den Jahren 1816-1819
Date
1939-01-01
Page
Seite 663 (sequence 19)
Language
German
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Der literarische Kampf um die Emancipation in den Jahren 1816-1819 663 unendliche einzige Wesen des Deismus, ihre Religion die Menschheitsreligion des Rationalismus24. Die Anklagen der Gegner, da6 die Juden eine uber die ganze Welt verbreitete nationale Organisation bildeten, daB ihr ausgepragtes Volkstum eine Verschmelzung mit dem deutschen Volkstum verliindere, widerlegten sie gleichfalls mit den Argumenten einer vergangenen Zeit. Åhnlich den Abgeordneten des franzosischen Sanhedrins definierten sie das Judentum als eine Religionspartei, als eine allen anderen Konfessionen ahnliehe Konfession, durch die allein die Juden von den anderen Staatsbiirgern sich unterscliieden, deren Sitte, Lebensweise, politische Meinung, Spracbe und Bildung sie teilten. Den Vorwurf unpatriotiscber Gesinnung wiesen sie durch den Hinweis der Teilnahme an den Freiheitskriegen zuriick wie durch die Aufzåhlnng der vielen biblisehen und talmudischen Gebote, die den Juden den Gehorsam gegen die Landesgesetze und die genaue Erfullung der staatsbiirgerlichen Pflichten zum Gesetz machten. Zu der gleichen Gruppe der Verteidiger gehorten dann die ebenfalls auf dem Boden der Aufklarung stehenden Theoretiker der jiidischen Reform, die auf dem Wege des Kompromisses eine Losung zu finden suchten. Dieser KompromiB bestand darin, nach dem Willen des Staates die eigene Nationalitåt abzuschworen, die jahrhundertealte Tradition zu verneinen, das judische Stammesleben, das gemeinsame Recht, die gemeinsame Verfassung und die gemeinsame Sprache zu verwerfen, alle alten nationalen Besonderheiten zu beseitigen, das ganze Ritual und Zeremoniell den gottesdienstlichen Formen der Umwelt anzupassen und die Religion, die einst das Leben der Ahnen beherrscht und durchdrungen hatte, zu einer jiidischen Glaubenslehre zu machen. In ganz anderer Richtung wiederum bewegten sich die Gedanken einer vierten Gruppe, als deren Repræsentanten man Ludwig Borne bezeichnen kann. Zu ihr gehorten Manner, die dem Juden- 2:4 J.Wolf und Gr. Salomon, Der Charakter des Judenthums nebst einer Beleuchtung der unlångst gegen die Juden von Prof. Rubs und Eries erschienenen Schriften (1817).

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