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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 586

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Jüdische Geschichtsschreibung
Date
1939-01-01
Page
Seite 586 (sequence 5)
Language
German
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586 Max Israel Gruenewald verkleinert nicht, sondern fügt hinzu zu der Leistung des Judentums, das eine reichausgestattete, in vielen Einzelformen vorhergehende Welt als eine Welt und als einen Gegner empfunden hat, als eine Welt, aus der es sich ausgliederte und dessen Weg es nicht gehen wollte. Man kann diese Leistung am besten würdigen, wenn man sich klarmacht, was es bedeuten würde, in einer zukünftigen Geschichte der Juden und in einer im Ergebnis so eindeutigen Weise nicht nur das Verhältnis Europas zu den Juden, sondern auch das der Juden zu Europa dargestellt zu sehen. Es sei nochmals betont, es ist nicht die Absicht, in einem begrifflichen Einakter das anzuschauen, was in Wirklichkeit sich durch eine lange Zeit erstreckte, in einem Prozeß, in dessen Verlauf das Judentum selbst eine tiefgehende Veränderung und Umgestaltung erfuhr. Nur dies soll klar hervorgehoben werden, daß nach einer Sichtung des ganzen uns zugänglichen Materials, nach der Prüfung der zwischenstaatlichen Beziehungen, nach der Darstellung der Rechts- und Wirtschaftsverhältnisse, immer noch übrigbleibt, den Widerstand festzustellen, den das jüdische Volk nacheinander den Giganten des Altertums entgegengesetzt hat, ihn als geistigen Widerstand zu erkennen und nach den Kräften zu fragen, von denen er getragen wurde. Wenn wir vorhin sagten, daß das Judentum den Kampf um seine Existenz auf dem Wege über den Kampf um sein Wesen vortrug, so ist umgekehrt zu sagen, daß der Kampf um das Wesen sehr oft auch die Frage von Sein- und Nichtsein in sich schloß. Das gilt z. B. im Falle der Gnosis, das gilt auch dann, wenn eine fremde geistige Macht nicht in ihrem Hauptrepräsentanten und Massischen Vertretern, sondern in abgeleiteten und vulgären Formen mit dem Judentum, konfrontiert wurde, wie es beim Hellenismus gewesen sein mag. Jeweils waren es spezifische Gegenkräfte, die im Judentum bei einem solchen Zusammenstoß ausg'elöst wurden. Nicht von ungefähr erfolgt die ,, Front Verlängerungf £, die das Judentum in seinem geistigen Umfang und in seinen literarischen Ausdrucksformen erfuhr (Religionsphilosophie, Poesie usw.), wie es auf der anderen Seite es fertiggebracht hat, sich auf einen für

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