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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 571

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Religionsphilosophie und Religion
Date
1939-01-01
Page
Seite 571 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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ReligionspMlosopliie und Keligion 571 das Gesetz gründet in dem ein für allemal gültigen göttlichen Willen. Es geht also darum, wenn wir uns auf den Standort dieses Denkens selber stellen, daß man sich um eine Klärung der eigenen Gläubigkeit müht. Man naht seinem Gegenstände nicht voraussetzungslos, sondern sucht, der unbestrittenen Bedingungen dieses gelebten Daseins gewiß zu werden. Man möchte den Ausdruck Theologie gebrauchen, wenn man nur beachtet, daß damit das Judentum nicht als bekenntnismäßig verfaßte Kirche verstanden werden soll. Diese Theologie wurzelt wie die Keligion, die sie begrifflich verfassen will, in der Gewißheit der übernatürlichen Offenbarung. Es handelt sich ihr nicht um die Möglichkeit religiösen Lebens schlechthin, sondern sie fühlt sich im Erdreich bestimmter religiöser Wirklichkeit wurzelfest. In solcher Grundhaltung stimmen die verschiedenen Typen dieser ״Religionsphilosophen“ überein. Vernunftgläubige wie Maimuni oder Gersonides mit ihrer Neigung zum restlosen Beweisen halten an dem Grundsatz tora min haschamajim mit der gleichen Strenge fest wie der Mann des Gefühls Jehuda ha Levi oder ein Dogmatiker wie Josef Albo. Nur innerhalb des Bereiches der gläubig hingenommenen Wirklichkeit, die von offenbarten Fundamenten getragen wird, ist dem rationalen Denken Spielraum verstattet. Und der weiteste Abstand zwischen den einzelnen Denkern durchbricht niemals diese Grenzen. Auf ein auf hellendes Beispiel sei hier hingewiesen. Maimuni bekämpft das Verfahren der Gottesbeweise, das aus der Erschaffenheit der Welt die Existenz eines Schöpfers erschließen will. Er glaubt, den Gottesbeweis erbringen zu können, ohne sich auf die philosophisch zweifelhafte Frage, ob die Welt entstanden oder ewig sei, einlassen zu müssen. Gleichwohl aber bekennt er sich doch, nur auf Grund der Heiligen Schrift zum Glauben an zeitliche Schöpfung. Jehuda ha Levi, der die geschiehtliehe Offenbarung als die allein klare Quelle religiöser Erkenntnis und echter Gottesgemeinschaft betrachtet, ist keineswegs so sehr vemunftfeindlieh, um nicht der Vernunft die Klärung des "Wesens des sich in der Offenbarung dem Menschen darreichenden Gottes

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