Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Maimon und Cohen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 559 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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Maimon ־and Cohen 559 zu deren Erzeugung überzugehen, in der Null als dem negierten x die Wurzel des x festzuhalten. Indem wir die Extension vermittels des unendlichen Urteils negieren, gelangen wir nicht zum Nichts schlechthin, sondern ,,das sogenannte, aber keineswegs so zu verstehende Nichts wird zum Operationsmittel, um das jedesmalige Etwas in seinem Ursprung und dadurch erst eigentlich zur Erzeugung und zur Bestimmung zu bringen“ (Cohen, Logik2 S. 89). Das relative Nichts der intensiven Größe ״bezeichnet nur das Sprungbrett, mit dem der Sprung kraft der Kontinuität ausgeführt werden soll“. III Cohen spricht (Inf. § 79) von zwei Motiven im Begriffe des Differentials: das eine ist das der intensiven Größe, über das wir eben gesprochen haben, das andere ist die Bedeutung des Differentials für die Kategorie der Realität. Die physikalische Realität ist Gesetzlichkeit und diese ist durch das Differential symbolisiert. Durch diese wird der naive Realismus entwurzelt, der die sinnliche Gegebenheit als das Requisit objektiver Wahrheit fordert (Inf. § 89). Das ״empiristische Vorurteil“ gründet die Realität auf ״einen unmittelbaren Glauben an die Wirklichkeit der Empfindung“ (Logik2 S. 133). Gegen dieses Vorurteil verlangt Cohen den ״Entsatz der Empfindung“ (S. 128, 139). ״Die Abkehr von der Empfindung ist die Losung. Immerfort schleicht sich das Endliche ein, drängt sich vor, und sucht sich allein oder als ursprünglich geltend zu machen. Daher ist Abhaltung, Zurückdrängung des Endlichen für das reine Denken erforderlich. Ereilich ist das dx für das x da . . . Damit das x entstehen könne, und zwar in legitimer Weise, deshalb muß von ihm Abstand genommen werden.“ Die Realität liegt nicht in dem Rohen der sinnlichen Empfindung und auch nicht in dem Reinen der sinnlichen Anschauung, sondern muß als eine besondere Voraussetzung des Denkens geltend gemacht werden. Die Grundgestalten unseres denkenden Bewußtseins sind zugleich die Bausteine, mit denen wir die sogenannten Dinge zusammensetzen und als Gegenstände wissenschaftlicher Erfahrung beglaubigen (Vgl. Inf. § 88).