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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 556

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Maimon und Cohen
Date
1939-01-01
Page
Seite 556 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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556 Hugo Bergmann bloß als Nullwert der Ausdehnung (wie die Strecke nicht bloß als endlicher Wextbetrag), sondern als Träger des Gesetzes angesehen wird/' Diese Worte Natorps8 zur Erklärung der Lehre Cohens entsprechen genau den Anschauungen Maimons. Die Übereinstimmung geht noch weiter. Maimon selbst gibt an der angeführten Stelle (Tr. 122) ein Gleichnis des Verhältnisses von intensiver und extensiver Größe, das hart heranreicht an Cohens Lehre vom Ursprung. Es heißt, dort: ,,Wenn ich sage: ein recht-, ein stumpf-, ein spitzwinkliges Dreieck sind Dreiecke; hier sind ein rechtusw. usw. eine Vielheit, weil das eine das andere ausschließt, folglich können sie nicht zugleich gedacht werden: die Einheit wird bloß durch Abstraktion gedacht. Hingegen, wenn ich säge: ein Dreieck kann sowohl recht-, stumpfals spitzwinklig sein, so ist hier eine Einheit (Dreieck); denn das ,kann sein' muß sowohl mit recht-, stumpfals spitzwinklig auf einmal gedacht werden, in Beziehung auf die Wirklichkeit aber müssen sie als eine Vielheit gedacht werden. Die erste Vielheit kann mit der extensiven, die zweite aber mit der intensiven verglichen werden . . . Ein Dreieck überhaupt ist eine innere Einheit; die Vielheit ist in ihm bloß potentialiter, und wird äußerlich, d. h. in Vergleichung mit den noch möglichen hinzukommenden . . . Bestimmungen gedacht." Die intensive Größe oder das Differential ist demnach in dieser Erklärung eine Einheit, die gewissermaßen durch Projektion nach außen sich in eine Vielheit auseinanderlegen läßt. Die Einheit enthält die Vielheit als deren Ursprung in sich; die Vielheit offenbart sich freilich erst bei äußerer Entfaltung. Ganz in diesem Sinne billigt Cohen das Newtonsche Symbol der Fluxion ,,Newton bedient sich der Null, um diesen Anfang (des x) als Ursprung zu kennzeichnen und gleichsam zu beglaubigen. Es ist also das Urteil des Ursprungs" (Logik2 S. 124). Die Null der intensiven Größe ist keine absolute, sondern eine relative Null, die wohl das äußere Maß aufhebt, aber dessen Gesetz in sich aufbewahrt, gleichwie in dem Beispiel Maimons der Begriff des Dreieckes die Vielfältigkeit der möglichen Dreiecke in sich trägt. 8 Die logischen Grundlagen der exakten Wissenschaften S. 220.

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