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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 555

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Maimon und Cohen
Date
1939-01-01
Page
Seite 555 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Mannon und Cohen 555 Grenz verfahren von Cauchy gegeben wird), dagegen seien dx und dy isoliert nur typographische Teile eines Symbols, für sich aber ohne jede Bedeutung. Dieser Ein wand ist, scheint mir, nur vom Standpunkt der mathematischen Beweisführung aus — deren Bedeutung wir nicht unterschätzen wollen — von Gewicht, aber er beraubt die philosophische Problemstellung nicht ihres Sinnes. Diese hat hier ihr eigenes Recht. Maimon sagt (Tr. 28) vom Differential: ,,Ich getraue mir zu behaupten, daß in der Tat diese Begriffe zur Philosophie gehören, von da sie in die Mathematik übertragen worden sind; und daß der große Leibniz durch sein System der Monadologie auf die Erfindung der Differentialrechnung geraten ist.“ Die Bedeutung des Differentials dx ist von Maimon ins Licht gesetzt worden, indem er zeigte, daß sich Qualitäten an Quantitäten unabhängig von der Quantität selbst betrachten lassen. Mag immerhin vom mathematischen Standpunkte dx ein für sich selbst sinnloses Zeichen sein, so kann es doch sinnvoll sein, danach zu fragen, ob eine Qualität an eine Quantität als solche gebunden ist, oder ob wir an dem Gesetz der Qualität festhalten und dabei von der Quantität abstrahieren können. Abstraktion ist nicht Negation. Zeno fragte, ob der fliegende Pfeil in einem Punkte seiner Bahn ruht oder fliegt. So gefaßt, führt uns die Frage irre. Aber etwas anderes ist es zu fragen, ob und wie wir das qualitative Moment des Fliegens als solches festhaiten können. Unsere Einbildungskraft arbeitet dann freilich so, daß sie das dx zu einem Punkte zusammengeschrumpft denkt, und es uns so vorstellungsmäßig vor Augen führt. ״Aber nicht der Punkt, der als solcher in der Tat nur den Nullwert der Ausdehnung bedeuten würde, ist der Ursprung, sondern der Ursprung ist das Gesetz, das man sich intensiv im Punkte konzentriert oder extensiv auf die Strecke erstreckt denken mag, das aber an sich so wenig am Punkte wie an der Strecke haftet, sondern gleichermaßen beide bestimmt, insofern über beiden steht und eben damit den Übergang vom einen zum andern möglich macht. Das Richtige, das zugrunde liegt, ist: daß eben hiermit der Begriff des Punktes (aber nicht minder der der Strecke) eine Wandlung erfährt, indem fortan der Punkt nicht

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