Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 83 (1939)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1939)
- Article
- Maimon und Cohen
- Date
- 1939-01-01
- Page
- Seite 553 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Maimon und Colien 553 in die sie eintritt, voraus, ebenso wie die Einheit der reinen Arithmetik als begriffliche Setzung der Ausdehnung, zu deren Messung sie verwendet wird, logisch vorausgeht. ,,Bei einer extensiven Größe wird die Vielheit gegeben, die Einheit wird durch Abstrahieren gedacht: bei einer intensiven hingegen ist es umgekehrt“ (Tr. 121). Überblicken wir die Motive der hier kurz wiedergegebenen Lehre, so sind es die folgenden:!.Überwindung des Dualismus von Verstand und Sinnlichkeit durch einen konsequenten In־* tellektualismus. Das Objekt ist durch und durch Gesetz. 2. Das Differential ist ein qualitatives Element der Welt und daher 3. die der anschaulich-sinnlichen extensiven Quantität zugrunde liegende ,,intensive“ Qualität; 4. als solche wahrhafte, absolute Einheit. 5. Vom Standpunkte unseres endlichen Verstandes aus ist das Differential (Element) nur Idee, weil wir uns von der Einbildungskraft und Sinnlichkeit nicht zu befreien vermögen5. II Gehen wir nunmehr daran, Cohens Lehre vom Differential, wie sie im ״Prinzip der Infinitesimalmethode“ (1. Auflage 1883, 2. Auflage im 2. Bande der Schriften zur Philosophie und Zeitgesehichte, Akademieverlag 1928) und in der ״Logik der reinen Erkenntnis“ niedergelegt ist, darzustellen und mit der Lehre Maimons zu vergleichen, so ist zunächst allgemein zu sagen: Cohen hat in der ausführlichen, von Bertrand Russell als ״bewunderungswürdig“ bezeichneten historischen Einleitung seines Buches über die Infinitesimalmethode (im folgenden zitiert ״Inf.“) Maimon nicht erwähnt, und es ist daher anzunehmen, daß er ihn 1883 nicht gekannt hat. Die Übereinstimmung ist dennoch auffallend und durch die Gemeinsamkeit einiger Quellen — neben Leibniz und Kant erwähnt Maimon auch Bendavid, den auch Cohen heranzieht — kaum zu erklären. Die sachliche Gemeinsamkeit des Ausgangspunktes von der Philosophie Kants und des Zielpunktes: intellektuelle Auffassung der Welt, idealistische Auflösung der 5 Zu Maimons Philosophie der Mathematik vgl. meinen gleichnamigen Aufsatz ״Isis“ XVI, 1931, p. 220ff.