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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 550

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Maimon und Cohen
Date
1939-01-01
Page
Seite 550 (sequence 3)
Language
German
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550 Hugo Bergmann Der Begriff und Terminus des Differentials gibt nun Maimon die Möglichkeit eines neuen Ausdrucks dieser alten Lehre, indem er ihm erlaubt zu erläutern, daß und wie die auf Raum und Zeit bezüglichen Verhältnisse der Quantität in Wahrheit nur ein durch unsere Endlichkeit, unsere Sinnlichkeit bedingter unvollkommener Ausdruck rein intellektueller, qualitativer Beziehungen sind, so daß also Raum und Zeit keine selbständige Quelle der Erkenntnis sind. ,,Dieses zu erläutern, denke man sich ein Dreieck, dessen eine Seite sich nach dem gegenüberstehenden Winkel so bewegt, daß sie mit sich selbst immer parallel bleibt und das so lange, bis das Dreieck ein unendlich kleines wird. Die extensive Größe der Seiten hört alsdann gänzlich auf, und wird auf ihr Differential reduziert. Das Verhältnis der Seiten hingegen bleibt immer dasselbe . . . [Wir sehen also], daß die Qualität abstrahiert von aller extensiven Quantität in einem Verhältnis der extensiven Quantität gedacht werden könne.“ (Versuch über die Transcendentalphilosophie, 1790, S. 395. Ich zitiere dieses Buch im folgenden ,,Tr.“) Eine dort beigedruckte Figur erklärt das Beispiel: In einem rechtwinkligen Dreieck abc, wo die Katheten ab, ac einander gleich sind, bleibt das Verhältnis der Hypothenuse zur Kathete 1 : 2 /ן, wie groß immer das Dreieck sein möge, und auch wenn es unendlich klein angenommen wird ״d. h. dieses Verhältnis ist nicht zwischen den Linien, insofern sie ausmeßbar sind, sondern bloß insofern sie ihrer Qualität nach bestimmt sind“. Der Übergang züm unendlich Kleinen, der das ״extensive“ Verhältnis in ein ״intensives“ überführt, hat also den Sinn, von der Ausdehnung zu abstrahieren3. Maimon will zeigen, daß die sinnliche Ausdehnung der Qualität gegenüber eine äußerliche Zufügung ist, die wohl für die Einbildungskraft eine gute Krücke ist, aber sachlich keine Instanz eigenen Rechtes sein darf. Die Einbildungskxaft hat aus den rein intellektuellen ״Differentialen der Sinnlichkeit“ die endlichen, bestimmten Objekte der Anschauung herausgebracht, der Verstand versucht gewissermaßen den Weg 3 Maimon, Kritische Untersuchungen über d. mensehl. Geist, 1797 (S. 209), im folgenden zitiert als K. U.

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