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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 536

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Isaac Bernays
Date
1939-01-01
Page
Seite 536 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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536 Hane Israel Bach der Orthodoxie von den Staatsbehörden verboten worden war, hatte diese Gruppe von Hamburger Kaufleuten einen Tempelverein begründet und den reformierten Gottesdienst samt den Predigern aus Berlin übernommen, nicht ohne daß übrigens auch die Hamburger Orthodoxen mit einer Sammlung von Gutachten (Eie diwre hab’rit, Altona 1819) diese Gründung zu verhindern strebten. Da sich in Bernays ,,Bibelschem Orient“ eine Stelle gegen die ,,Schöngeister“ im Judentum wandte, die, ,,ihres eigenen Altertums sich schämend“, es vorzögen, ,,als Findelkinder der Gegenwart losgebunden und wild über die unmödischen Schranken des Gesetzes galant zu hüpfen, statt in der Schule ihrer Stammesbildung fromm und gesittet aufzuhorchen, was zu dieser Zeit der Gott gewirkt“, so hatte der Hamburger Gemeindevorstand dem neuen Rabbiner schon im Anstellungsvertrag jede Einwirkung auf den Tempel entzogen. Bernays konnte also für seine Reformabsichten auf die führende Schicht der Gemeinde nur insoweit rechnen, als sie deren Wünschen entsprachen. Gesellschaftlich stand er zwar mit ihr in Verbindung, aber sein berufliches Wirken galt vorzugsweise der breiteren Masse der Gemeinde. Zunächst wandte er sich der Neugestaltung der Talmud-Tora- Schule zu, deren Lehrmethode darin bestand, daß lange und schwierige Stücke aus dem Talmud mechanisch auswendig gelernt wurden und dann, ebenso mechanisch, die deutsche Übersetzung dazu. Den Deutschunterricht erteilte ein älterer Schüler, der selbst die Sprache keineswegs beherrschte. Bernays strich nun für die Jahrgänge bis zum 13. Lebensjahr — in diesem Alter aber verließen die meisten Schüler die Anstalt — den ganzen Talmud-Unterricht und führte dafür einerseits sorgfältige Bibelinterpretation und hebräische Grammatik ein, andrerseits, darin mit den Wünschen des Gemeinde Vorstandes durchaus einig ,,gemeinnützige Kenntnisse“ wie Schreiben, Rechnen, etwas Erd- und Weltkunde. Auch setzte er wenigstens theoretisch durch, eine Oberklasse zum Jüdisch- Theologischen Seminar auszugestalten. In einer Denkschrift über seine Schulreform führte er aus, bei den verwirrenden Eindrücken

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