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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 522

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Zur neueren Geschichte der jüdischen Autonomie
Date
1939-01-01
Page
Seite 522 (sequence 14)
Language
German
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IRI
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522 Kurt Israel Stillsclrweig III. Trotz dieser unsicheren Rechtsgrundlage begann das jüdisehe Vizesekretariat im September 1917 zu arbeiten. Für die politische Tätigkeit wurde ein Programm aufgestellt54, das Silberfarb am 1. Oktober 1917 verkündete und das eine Fülle von Aufgaben vorsah: Angelegenheiten des allgemeinen Rechtsschutzes, Schaffung einer Autonomie, insbesondere durch Verbesserung des Gemeindewesens, der Gemeindesteuern, Entwicklung der Volksbildung, Schulgründungen und Errichtung jüdischer Lehrer- Seminare. Zur Durchführung dieses Programms wurde das jüdische Vizesekretariat in drei Sektionen eingeteilt: In das Bildungsdepartement, die Gemeindeabteilung und die ,,allgemeine Kanzlei“. Die Bildungsabteilung sollte das Kulturleben und vor allem das Schulwesen organisieren. Die Gemeindeabteilung arbeitete einen Gesetzentwurf aus, der die Wahl der jüdischen Gemeinderäte regelte und am 2. Dezember 1917 Gesetz geworden ist. Die allgemeine Kanzlei schließlich war für ,,Fragen des Rechtsschutzes und alle übrigen Angelegenheiten“ zuständig, ,,welche außerhalb der Tätigkeit der ersten zwei Abteilungen liegen“55. Neben der Ausgestaltung seines Amtes konstituierte der Vize- Sekretär den in der ״Instruktion“ vorgesehenen ״nationalen Rat“, in den er Vertreter der jüdischen Parteien berief. Der Nationalrat regelte seine Tätigkeit durch eine Satzung (1. Oktober 1917)56, die das in der Instruktion vorgesehene Beratungsrecht als die Befugnis definierte, ״alle Gesetzesvorschläge und 0^ bedeutenderen administrativen Forderungen des Vizesekretärs für jüdische Angelegenheiten zu behandeln sowie aus eigener Initiative Vorschläge, die mit der Tätigkeit des Vizesekretärs für jüdische Angelegenheiten in Zusammenhang stehen, auszuarbeiten und zu behandeln‘c. Obwohl das zionistische Ratsmitglied bereits in der ersten Sitzung betonte, daß der Nationalrat nicht gewählt und deshalb nur als 54 Abgedruckt bei Silberfarb, Beilage Nr. 2; vgl. auch JE 1917, S. 373. w Silberfarb S. 22. 54 Silberfarb, Beilage Nr. 3; vgl. auch dortselbst S. 26.

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