Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 507

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 507 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850803--56197-2851357
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Synagoge in Ellrich am Südharz 507 ist eine Spende der Chewra Kadischa der Hl. Gemeinde Ellrich. Im Jahre 529 nach der kurzen Zeitrechnung (1769 der gewöhnliehen Zeitrechnung). Unter den Beleuchtungskörpern haben wir die fünf Krönleuchter für Kerzen aus Messing genannt, von denen einer mit dem preußischen einköpfigen Adler und die übrigen mit dem Doppeladler geschmückt sind. Auf den Brüstungen der Schreintreppe sind eiserne Stacheln für Jahrzeitlichter vorgesehen. Besondere Gestelle für die Totenlichtstacheln sehen wir dagegen in Bechhofen43 und in Rothenburg a. F.44 Auf der rechten Brüstung der Schreintreppe erhebt sich ein Chanukkaleuchter aus Gelbkupfer mit mächtig profiliertem Schaft, grazilen Armen und Aufsteckblumen am Schaft. Außer den neun Armen für die Chanukkakerzen mit ihrem Dienerlicht, weist er einen Dom am Schaft und einen rückwärtigen Arm auf. Auf der Brüstung des Almemors stehen schlanke doppelarmige Empireleuchter und einkerzige Leuchter. Für die Entstehungszeit der Ellricher Gemeinde liefert einen Anhaltspunkt die Totenliste von Ellrich45. Sie ist in einem Statuten- und Rechnungsbuch der Ellricher Chewra Kadischa enthalten. Sie beginnt mit dem Jahre 1704 (und schließt mit 1898), also lange vor dem Datum der Vollendung der Synagoge, das auf dem Synagogenportal zu lesen ist. Der vorliegenden Arbeit liegt ein Reisebericht zugrunde, den ich für die Jüdische Gemeinde in Berlin verfaßt habe. Ich besuchte Ellrich im März 193746. Späterhin wurde mir das Familienarchiv von R.-A. Arthur Warburg zugänglich, das im Preußischen Lan- 43 Mitt. d. Ges. z. Erforsch. Jüd. Kunstdenkm., III/IV, fig. 35. 44 F. Epstein, op. cit., S. 14, Abb. 13. 45 Ich spreche hier meinen Dank Herrn Dr. Jacob Jacobson aus, der mich auf die im Besitz des Jüdischen Gesamtarchivs, Berlin, befindliche Totenliste von Ellrich hinwies. 46 Bei der Besichtigung der Synagoge waren mir besonders Herr und Frau Fritz Lieberg und Herr Wilhelm Nußbaum in Ellrich behilflich, denen ich zu großem Danke verpflichtet bin. Frau Käthe Katzenstein, jetzt Palästina, machte mich zuerst auf die Synagoge aufmerksam.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.