Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 506

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 506 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2830039-2830041-2850803--56196-2851356
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

506 Rahel Wischnitzer-Bernstein ist die Misrachtafel vom Vorbeterpult zu nennen, die mit 1776 bezeichnet ist. Die an der Nordwand der Männerschule hängende Tafel mit dem Fürstengebet für Friedrich Wilhelm III. ist 1813 datiert. (Das Edikt Friedrich Wilhelm III., das die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in Preußen regelte, war am 11. März 1812 erlassen worden.) In der Vorhalle der Synagoge steht an der Rückwand eine einfache Truhe mit Spuren von Bemalung. Sie bewahrt ein kupfernes Waschbecken mit Wasserbehälter. An der Südwand des Männerraumes, unweit der Schreinwand, hängt eine gußeiserne Laterne, eine Arbeit des 19. Jahrhunderts, für das Ewiglicht. In der Grundrißskizze von Hochreiter ist die Laterne in der Vorhalle eingezeichnet, wo sie wohl früher gehangen hat. Über den Standort des Ewigen Lichts herrschte in den Synagogen keine Überein- Stimmung. Die Westlage, die dem früheren Standort in der Eilricher Synagoge entspricht, ist in Bechhofen, Kempen, Kurnik, Deutsch-Krone und in älteren Synagogen in Lemberg, der Vorstadtsynagoge (1632) und der Alten Synagoge, sowie in Zolkiew, Ende des 17. Jahrhunderts, festzustellen41. Als datiertes Stück im Besitz der Ellricher Gemeinde ist der Tomschild von 1769 zu nennen. Es winde der Synagoge von der Chewra Kadischa gestiftet und trägt auf zierlich getriebenen Rokokoschildchen die eingravierten Namen von 13 Mitgliedern der Begräbnisbruderschaft. Im Innern des Wechselrahmens für die Täfelchen des Festkalenders ist auf hebräisch der Name ״Schelomo Pach, Dessau“ eingraviert. Die Abbreviatur ,,Pach“ (פתוו׳ד חותם) wurde häufig zur Bezeichnung des Stempelschneiders und des Medailleurs gebraucht. So ist J. Abraham auch in seiner Grabschrift und der Grabschrift seines Sohnes, des Medailleurs Abraham Abramson, auf dem Friedhof in der Großen Hamburger Straße in Berlin so bezeichnet42. Der Toraschild trägt auf seiner Schauseite die Inschrift: Dies 41 Grotte, op. eit., S. 41 und Taf. 4 u. 5. 42 Alb. Wolf, Einiges über jüdische Kunst und ältere jüdische Künstler, Mitt. z. jüd. Volkskunde, XV, 1905, S. 18.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.