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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 505

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 505 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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Die Synagoge in Ellrich am Südharz 505 dürfen in dem Mann wohl den Rabbiner vermuten und den Kompilator der Schrifttexte, die die Synagoge schmücken. Die Anspielung auf Lev 163j wo vom Hohepriester Aaron die Rede ist, berechtigt vielleicht zu der Annahme. Wir erwähnen in diesem Zusammenhang, daß ein Mosche Aschkenas von Wilna im Jahre 1775 Rabbiner in Hessen war39. Auf der Schildwand der Ostseite über den rundbogigen Fenstem, zu beiden Seiten des Schreins, sehen wir je einen Schriftstreifen, von gemalten Löwen gehalten. Sie enthalten das Gebet, das beim Ausheben der Tora gesagt wird, und das Gebet, das beim Hineinstellen der Torarolle gesprochen wird. Unter den Schrifttafeln läuft in größerer Quadrata der Vers Arnos 3Ö: Der Löwe brüllt, wer sollte sich da nicht fürchten?4° Der Amosvers bezieht sich auf die gemalten Löwen, die als einziger Bilddekor in der Ellricher Synagoge auftreten, abgesehen von den plastischen Löwen des Schreinaufsatzes. Es ist recht gut denkbar, daß die Ellricher Synagoge, bevor sie den gegenwärtigen klassizistischen, sehr nüchternen Palmetten־ und Lorbeerdekor in Schablonenmalerei erhielt, mit Malereien geschmückt war, die die Inschriften illustrierten. Die Schriftzeichen der Inschriften mit ihren blumigen Enden und den gegliederten Vertikalbalken verraten noch den Duktus des 18. Jahrhunderts. Sie sind später aufgefrischt worden. Die Verwandtschaft der Ellricher Inschriften mit Inschriften galizischer Synagogen aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, die wir feststellen konnten, ist wohl auf die Mitarbeit des Aaron von Wilna zurückzuführen, der in ihrer Zusammenstellung einer östliehen Tradition folgte. Es wäre interessant, Näheres über das Inschriftenmaterial der litauischen Synagogen zu wissen, jedoch liegen uns keine Arbeiten auf diesem Gebiete vor. Unter den datierten Gegenständen in der Ellricher Synagoge 39 E. Hallo, Kult-u. Kunstdenkmäler im Hessischen Landesmuseum zu Kassel, Morgen, 4. Jahrgang, Berlin 1028 S. 26. 40 Der Amosvers erläutert in der Synagoge von Chodorow, dat. 1714, das Sternzeichen des Löwen; vgl. Breier usw., op. cit., S. 11.

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