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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1939-01-01 · Heft 1 (Januar 1939) · p. Seite 504

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
83 (1939)
Issue
Heft 1 (Januar 1939)
Article
Die Synagoge in Ellrich am Südharz
Date
1939-01-01
Page
Seite 504 (sequence 12)
Language
German
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504 Babel W ischnitzer -B ernst ein Man wird jedoch wohl nicht fehlgehen, wenn man den in der Synagoge in Ellrich vorkommenden Psalmvers 1506, der sich auf die Verherrlichung des Herrn mit Musikinstrumenten bezieht, als Überrest eines messianischen Bilder- und Textekreises auffaßt, der in zahlreichen osteuropäischen Synagogen Verbreitung gefunden hatte. Wir wenden uns nun den hebräischen Inschriften der Emporenbrüstung der Ellricher Synagoge zu. Sie laufen in 6 Spalten. Spalte 1 (von rechts nach links gelesen) lautet in deutscher Über- Setzung: Der Mensch grämt sich um den Verlust seines Geldes, er sorgt sich nicht um den Verlust seiner Tage. Sein Geld steht ihm nicht bei, seine Tage kehren nicht wieder36. Spalte 2: Spr 325; Jes 810 und Jes 464 (dem Siddur entnommen). Spalte 3 enthält das Sabbatgebet für Neumondverkündigung: Der unseren Voreitern Wunder getan und sie aus der Sklaverei zur Freiheit geführt, er erlöse uns bald . . . Spalte 4 bringt den Segensspruch zum Aufheben der Tora37. Spalte 5 bringt die Worte des Auftaktes zum Ofan für Sabbat und Feste (dem Machsor entnommen): Und die Tiere (der Vision Ezekiel) singen und die Cherubim verherrlichen, die Seraphim jubeln und die Erelim preisen . . . Spalte 6 enthält eine Ermahnung zur Ruhe während der Toraverlesung38. Unter den sechs Spalten läuft auf dem Horizontalbalken, der auf den Säulen ruht, die Inschrift: בזאת יבא אהרן אל הקודש אהרן במהודר משה יצו מקק וילגא הבירה במדעות ליטא יאע. So soll Aaron ins Heiligtum kommen. Aaron, Sohn des R. Moscheh aus der Heiligen Gemeinde Wilna, Hauptstadt von Litauen. Sein Gott und Erlöser möge ihn bewahren. Aaron von Wilna, der in der Synagogeninschrift erwähnt erscheint, stand offenbar in einer Beziehung zur Synagoge. Wir 36 Gleiche Inschrift in der Syn. in Gwozdziec, dat. 1718, vgl. A. Breier, M. Eisler und M. Grunwald, Holzsynagogen in Polen, 1934, S. 14. 37 In der Synagoge in Gwozdziec ist in einer Inschrift die Bede vom Aufgerufenen, der den Segensspruch sagt. Vgl. Breier usw., op. cit., S. 13. 38 In den Inschriften der Synagoge in Gwozdziec ist diese Ermahnung ebenfalls zu lesen. Der Spruch ist Sota 39 entnommen. Vgl. Breier usw., op. cit., S. 13.

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